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Januar.05

Dezember.04

November.04

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Alte, nicht minder lustige Berichte der Saison 03/04 !!

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Alte, nicht minder lustige Berichte der Saison 02/03 !!

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Alte, nicht minder lustige Berichte der Saison 01/02 !!

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Oktober.05: Ein Manifest des Radsports

Ein einziger Kurbeltritt kann einen Rennen entscheiden. Das klitzekleine Loch, das durch den Antritt erzeugt wird kann auf der Windkante eine große Lücke reißen und lässt weiter hinten sogar abonnierte Spitzengruppe Fahrer zu verzweifelten Pelotonlutschern werden. Unrealistisch sagst Du?

Und warum setzt Du Dich dann fast täglich aufs Rad und trainierst? Wo Du doch weißt, das ein Einerblock bei Dir keinen adaptiven Reiz mehr erzeugt? Warum putzt Du nach jeder Ausfahrt Dein Rad, wo es doch sowieso wieder dreckig wird? Du kennst Die Antwort: weil aus einem kleinen Knarzgeräusch ein ganzer Chor werden kann, aus Deinem Windschatten ein ganzer Sturm.

Du bist von allem ein Teil.

Und alles ein Teil von Dir

Nur ein einzelner gekaufter Speichennippel kann über Existenzen entscheiden. Durch Dich florieren kleine Radläden in Bocholt, Aachen, Velbert und Kronberg im Taunus. Du sorgst dafür das in Wuppertal mehr Chris King Teile lagern als in Wisconsin. Du sorgst für die größte Ansammlung von Kocmo Titanrädern südlich von Berlin. Nur Du vernichtest mehr Titanvorräte in Form von XTR Kassetten als die untergehende U-Bootflotte der UDSSR. Durch Deine Mithilfe geraten gummierte Seidenkarkassen und Kettenöl wieder in den Naturkreislauf. Außerdem sorgst Du dafür, das in China kleine Kinder eine Zukunft in der Carbon Verarbeitung haben.

Denn Du bist der aktivste Ebayer

Du bist der beste Kunde

Du investierst gewaltig und vor allem nachhaltig: in innerdeutsche Zonenrandgebiete. Hoteliers von Jena über Schwarzwald bis St. Ingbert leben von Deinen Minibar Rechnungen. Mit Deinen Nachmeldegebühren können Generationen von Nachwuchs Senioren in Vereinen groß gezogen werden. Ohne Dich gäbe es keine florierenden Grillwurststände bei Marathon, keine üppigen Kuchentheken – aber auch keine leer gefressenen RTF Verpflegungsstationen ab Kilometer 130. Also bedenke, wenn Du das nächste Mal zur Eierwaffel langst. Nimm zwei – oder gleich noch drei für die Trikottasche, Du allein wirst nicht viel bewirken, aber wenn alle das tun, bekommen die letzten Opis garantiert nix und fahren das nächste Mal schon um 5.30 Uhr los.

Du bist der Entwicklungshelfer

Du bist die Radwander Heuschrecke

Gut, es behauptet niemand das Heckinghausen oder Beyenburg der Nabel der Radsportwelt sind. In Wuppertal gibt es weder ein Team T-Mobile, Gerolsteiner geschweige denn irgendeinen vernünftigen Radsportverein. Aber wir sind immerhin ein Haufen Leute in gleichfarbigen Trikots, und gar nicht so schlecht. Wir sind die Könige der Uelfe - von Mallorca sowieso, die Pioniere von GranCanaria und Südfrankreich! Und zwischen Dohrgaul und Agathaberg macht uns keiner was vor. Die Oberbergische ist nicht der Stelvio, aber auch kleine Kuppen können weh tun, und die liegen direkt vor unserer Haustür.

Das Bergische ist das Königreich, die Gelpe der Spielplatz

Und Du bist das Königskind

Wenn im Herbst das Laub die Trails bedeckt, könnten arme Mütter kleiner Kinder mit ihren Kinderwagen über verdeckte Wurzeln im Stadtwald stolpern. Du allein sorgst mit deinen 2,4er RacingRalph dafür das der Waldboden wieder sichtbar wird, und wenn mal wieder ein Baum des Försters den Weg versperrt? Wie von Geisterhand verschwindet er Nächte später in kleine Teile zerlegt im nächsten Busch. Du allein bist verantwortlich das alte Omis in Zukunft gefahrlos den Gelpeanstieg runter kraxeln können. Du allein kannst dafür sorgen das Generationen von Deutschen weiterhin entrüstet fragen werden „Ja haben Sie denn keine Klingel?“ Lach darüber und denke daran:

Du bist die Motorsäge

Du bist der Laubfeger

Die Vorweihnachtszeit ist eine trostlose Zeit. Einsam funzelt Deine Sigma beim Grundlagentraining in der Dunkelheit.. aber wenn Du Dich mit den Anderen zusammentust. Wenn mehrere Lupine gemeinsam den Wald fluten, wenn sich die Lampen wie an einer langen Kette im endlosen Trail aufreihen. Wenn Du vorneweg oder hinterher fliegst, tausend Schatten im Hohlweg tanzen und heiße Atemluft wie Nebelschwaden auf deiner Stirn kondensieren. Wenn nur ein leichtes Frösteln das Gespräch am Ende der Tour unterbrechen kann und die Wärme der Dusche endlich wieder Leben in Deine Zehen zaubert merkst Du,

Du bist die Lichterkette

Du bist der Spass an langen Winterabenden

Warum fährst Du überhaupt Rad. Allein in der Ebene mit nem 28er Schnitt? Warum jagst du auf RTFs die Grausocken oder stehst in Hamoir, Oberammergau und Luxemburg in der Startaufstellung? Das ist Quatsch meinst Du? Warum schrubbst du dann regelmäßig Dienstags die immer gleiche Strecke die Uelfe hoch? Du weißt warum: denn wenn sich andere Gleichgesinnte hinzugesellen wird aus der 28 eine 30, wenn dann noch ein paar bestimmte Leute unerwartet oder „zufällig“ hinzukommen wird aus der 30 eine 32, manchmal sogar eine 34 - oder wenn’s sein muss mehr. Aber auch wenn es manchmal nicht so aussieht, wir sind eine Gemeinschaft, wir warten auf den Langsamsten (ausser bei Rennen oder wenn er/sie nach strikter Pulsvorgabe trainiert) - und nicht erst im Ziel!

Du bist die Windkante

Du bist die Zielwurst

Egal was Du gerade beruflich für Zeitdruck hast, ob Du von deinem Lebenspartner Stress wegen dem Radfahren bekommst. Alle in Deiner mgebung wissen, das Dir der Dienstag heilig ist, und der Mittwoch und der Donnerstag.... Alle Mitarbeiter wissen das Du am Montag Ruhetag hast - aber Du total kaputt vom Wochenende bist. Und die Freundin kann am Freitag abends auf Dich zählen und weiß das im Winter Sonntags erst ab 12 die Stadthalle wartet.

Du bist Radsport und Du bist durch Radsport Du!

Und Radsport ist nicht nur Scharping sondern Du

Wir sind ein Haufen Leute. Wir haben kräftige Beine, Mach dampf, geh in den Unterlenker, hau einen raus. Atackier in der Abfahrt, fahr in der Ebene die ganze Zeit vorne. Und wenn Dich einer überholt? Überhol in zurück, fahr neben ihm Doppelreihe wenn er im Wind um sein Leben kämpft - und fang eine Unterhaltung an.

Du bist der Durchlauferhitzer

Du bist der Staubsauger

Egal was Du machst, beweg Deinen Hintern, scheiß auf Trainingspläne .Vergiss Ruhetage, Rekomtouren oder bring die beste Leistung zu der Du fähig bist. Kürz nie bei Marathon ab, halt Dich beim Blick in die Ergebnisliste nicht für den besten Radsportler der Welt. Nimm selber an Rennen teil, trete selber in die Kurbel, reiß Löcher, fahr sie wieder zu!

Du bist die epische Hungermacke. Du bist der rettende Windschatten. Du bist die unerbittliche Windkante.

Du bist der Laktatexpress!!!

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September.05: Bleib frei -sei in der Partei.. Der Wahlbericht

Alle Parteivorsitzenden schauen gebannt auf den Holografie Screen von Infras. Die ersten Zahlen - dann deuten es die Hochrechnungen an. Heute, am 11. September 2011 wird es den Wechsel geben. Joschka fällt dem Lafontaine in den Arm, Gysi umarmt Stoiber und Scharping – doch Moment mal!? Was macht der Scharping denn da? Erzählen wir die Ereignisse der Reihe nach.

2005 hatte Schröder kein Bock mehr auf regieren und wollte wie der Kollege Busch lieber Mountainbiken gehen. Dann die Wahl, Ulle will lieber für die TdF trainieren. So hat Schröder keinen Partner für die nächstjährige Transalp und beschließt zusammen mit Angie Kanzler zu bleiben. Das soll sich bis 2/eleven nicht ändern.

Aber die Wahl macht schon deutlich: es kommen Splitterparteien auf, die mehr und mehr die politische Landschaft Deutschlands bestimmen. Da gibt es Hausfrauenverbände, spiritistische Bauernfänger, rechte Sprenkel und unzählige andere. Die Wahlliste ist ungefähr so lang wie die Meldeliste für die Willinger Kurzrunde. Aber in Zeiten wo es mehr Wahlkampfkostenerstattung als Arbeitslosengeld gibt lohnt sich das alle Mal. Dank der 5° Hürde bleiben diese Leute zum Glück unbekannt.

2007 soll sich das ändern. Eine bisher noch nicht bekannte Gruppierung schiebt sich ins Rampenlicht der radfahrenden Öffentlichkeit. Die DIMB, die Demokratische Initiative für Mehr Biken! Bisher eher eine mediale Randgruppe, die hauptsächlich in Foren Meinungsmache betrieb.

Dort folgte anno 2004 auch die Gründung einer Schlägertruppe für den Trail. Das IBC-DIMB:ETC Team. Erst fielen die „Leutz“ dem sensibilisierten Betrachter dadurch auf, das Ihre Teamname vom Streckensprecher kaum buchstabiert werden konnte - während man schon umgezogen im Ziel seinen Kuchen aß. Desweiteren waren die Teilnehmer des Teams bekannt dafür sich lauthals für jeden Marathon der Gegend anzumelden, um dann anschließend im Forum zwei Monate über Streckenführung, Verpflegung, Höhe des Startgeldes und Anreisemöglichkeiten zu diskutieren. Mit der Quintessenz, das dann drei Tage vorher alle Initiatoren wieder absagen weil die Oma gestorben, eine fibrige Schleimbeutelentzündung und so weiter. Die garantierte Absage war immer so sicher wie der Smiley in der Signatur.

Aber ein Jahr später, 2005 muss man sich schon sputen um nicht im ersten Trail von so einem gelbweißbeigen Trikot aufgehalten zu werden! Die werden langsam zur Bedrohung und immer besser! 2006 muss der Spruch dann heißen: „Oje, wenn ich nen schlechten Tag hab lande ich wieder in der Ergebnisliste hinter dem eybisi-deiembi`ler...“

2007 haben die Jungs dann erstmalig an einer Wahl teilgenommen. 14000 Bike und Mountainbike Leser haben artig Ihr Kreuzchen gemacht. Von der Wähler Pauschale holt man sich ein paar Langstreckenkracher: Bart Brentjens, Benjamin Brockhagen, die Fumic- und die Pithan Brothers in einem Team, dem IBC-DIMB International ETC Racing Team!! Allein schon wegen dem Namen dauern Siegerehrungen ab jetzt länger!

Ums kurz zu halten: 2008 dann der Schwenk auf die Strasse: 10000 IBC.DIMB-ETC.IRT Team Mitglieder starten bei den HEW Cyclassics. Beim 5832sten reißt eine Lücke, von hinten kommt wegen Windkante keiner mehr nach, alle Platzierungen in allen Klassen gehen an das Team mit der längsten Abkürzung. Seitdem ist Ford Köln bei der Burscheider RTF chancenlos . Inzwischen hat geradezu eine strudelartige Zutrittswelle die DIMB erfasst. Alle altgedienten RTFler haben erkannt: Ruhm und Ehre für den teilnehmerstärksten Verein geht nur noch in der DIMB!

2009 dann die Übernahme des ehemaligen Team Telekom, Jan will es nächstes Jahr noch einmal wissen. Auf der politischen Seite hat man sich als stärkste Lobbygruppe aller Radfahrer zusammengefunden. Der ADFC ist schon eingegliedert, mit dem Sauerländischen Gebirgsverein sind erste Kontakte geknüpft. Wandere und Biker haben doch ein gemeinsames Ziel: Her mit den Ein Euro Jobs - zwingt Arbeitslose mehr Trails zu entlauben! Der Slogan auf den Plakaten; „6Millionen? Runter von der Strasse – rein in den Trail!“ Oder „Vollfederung bis ins hohe Alter! Jeder hat ein anrecht auf 130 mm vom Staat!“ Die SPD mit Schröder kontert diese Initiative und ist ab dem Giro CoSponsor von Bjarne Rijs CSC-CDU Truppe.

Aber wenden wir uns nochmal der großen Politik zu. Vinokourov ist inzwischen Sportminister von Kasachstan geworden, Lehmann kandidiert immer noch in Dresden für die CDU. Rudy Pevenage ist ins Pentagon gewechselt und bringt durch seinen Gesetzesentwurf für ein Antidopinggesetz Lance Armstrong in Bedrängnis. Der muß sich wehren und hat keine Zeit mehr zu trainieren und ein neuntes Mal die TdF zu gewinnen. Er gründet eine Stiftung zusammen mit Arnold Schwarzenegger die alte Sportler vor medizinischen Nachuntersuchungen schützen soll. Bei Eddy Merckx will doch auch keiner mehr wissen was der genommen hat. Das Zeichen der Stiftung: ein gelbes Stirnband aus Gummi mit Klappohren - was bald voll der Mode Renner ist...

2010 hat die DIMB hat auch Ihre Hausaufgaben gemacht. Vier Prozent bei der letzten Wahl, nicht schlecht aber das geht besser! Freie Trails gibt’s nur bei Regierungsbeteiligung. Deswegen hat sich die Truppe einen Politprofi, einen charismatischen Kapitän de la Route geholt. Ein Zugpferd, einer, der das Mannschaftszeitfahren nur von vorne fahren würde: Rudolf! Rudi Rudolf Scharping. Eiskalt beim senilen BDR abgeworben, wie einst Ete Zabel zu Milram. In seiner ersten Pressekonferenz behauptet er wie einst der gute Himmelsplumpser Möllemann: „18%Prozent. Unter der Steigung vom Tourmalet fange ich hier gar nicht erst an – und den bin ich schon mal hochgefahren!“ Gut das die anstehende Wahl eine Sachdiskussion nicht nötig hat. Ulle und Hanka im Schattenkabinett. Da kann nichts schiefgehen! Die DIMB ist alfabetisch weit vorne dabei, und es gibt genug Protestwähler! Die FDP kommt nicht mehr in Frage weil sie mit dem BDR koaliert. Deswegen wählen am Sonntag den 11.September 2011 hundert tausende die DIMB- Und das obwohl zeitgleich der Schwarzwald Marathon ist??! Die Demoskopen sind mal wieder ahnungslos und sprechen vom sogenannten „TrailSweep“ Alles Spontanwähler! Das Ergebnis: satte 37°Prozent!

Und so steht er plötzlich da im Rampenlicht: der Rudi. „Herr Scharping, sie sind stärkste Partei wie sieht es mit der K-Frage aus?“ „Naja, iiich muss saaaagen die SPD hat 17 Prozeeent, iiich deeenke der Herr Schröder hat weiterhin ein Aanreeecht auf sein Kanzleraaamt“und „Wie sieht es mit weiteren Personalentscheidungen aus, wen werden sie in Ihr Kabinett nehmen?“ „Nagut, da habe ich mir natürlich fix Gedaaanken gemaaacht: der Jan stände natüürlich sofort bereit, der ist ja meiin Freuund wir sind schon zusammen Raaad gefaahren. Und die Hanka würde natürlich auch und der Rest würde sich schon im IBC Forum meeelden.. Wir sind jeetzt teilnehmerstärkste Partei im Bundestag – das war von Anfang an unser Ziel.

„Herr Scharping, was ist denn das Erste und Dringlichste was sie jetzt in Deutschland verändern wollen?“ „Janein, ich meine - jagut. Erstmal werdeich Shimano dazu zwingen seine Titankassetten weiterhin zu Dumpingpreisen zu verscheuern. Zweitens: wir haaben jeeetzt soviele Biker in Deutschland – und die haben soviel Zeit, sind ja alle Arbeitslos?! Deswegen werde ich mich dafür einsetzen das Jedermannrennen, Marathons und Trails im allgemeinen nur noch bevorzugt von Parteimitgliedern der DIMB benutzt werden dürfen!!! Dann kann der Schröder auch Kanzler bleiben.“

Wer es bis hier hin geschafft hat, sollte vielleicht schnell überlegen ob er vorsorglich in die DIMB eintritt. Wegen der niedrigen Parteinummer - man weiß in Deutschland ja nie......

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August.05 - Anton Gathmann: Wenn ich König von Wuppertal wär..

„Ich fühl mich gut! Die Form stimmt, Kettmann ist zufrieden. Die Waage zeigt kaum noch Ausschlag. Heute ist mein Tag. Heut mach ich sie alle fertig. Geh ich direkt am ersten Berg weg, oder lass ich sie zappeln und degradier sie in der zweiten Hälfte zu Statisten? Ich frag mich was ein schönerer Sieg ist?

Aber Vorsicht, der eine war im Höhentrainingslager und wer weiß, wer gerade noch ne heimliche Intensitätswoche absolviert hat. Ich muss aufpassen, nicht zu übermütig am Anfang die Körner verpulvern – ach was – erst drei Wochen Alpen, dann die Superkompensation und gestern die Vorbelastung. Heute passts, heute lass ich die Glocken klingeln!

Hast Du die Flaschen an der Streckenteilung abgestellt? Gut ok. Ich fahre mit zwei großen Flaschen, innen mit Farbe die Flüssigkeit angemalt. Die Andern sollen denken das ich mit 1,5 Kilo am Start stehe. Aber am ersten Berg wird ich sie eines besseren belehren – sie sollen sich quälen – ich will das Entsetzen in ihren Auen sehen. Wenn ich mich leichtfüßig absetze, unwiderstehlich, wie ein Adler schwerelos aufsteige. Die Satteltasche ist auch mit Luftpolsterfolie ausgestopft. Ne Panne wäre fatal, aber ich fahre heute auf Sieg! Sekt oder Selters - heute muss es klappen..

Das Ortsschild wird meines sein – ach was – das Zwischensprint, die Bergwertung, der Gesamtsieg! Plus das Trikot des aggressivsten Fahrers – und bester Jungsenior. Alle übereinander – das wird mollig warm. Ach ja, schön so im Rampenlicht. Erst das Sieger Interview, die obligatorische Dopingkontrolle, Zielpissen im Stehend Anschlag kann ich ja. Dann raus aufs Podium. Handshake mit dem Bürgermeister, Gruß ans Publikum und dann die Küßchen - zwei oder drei? Wie macht der Petacchi das noch? Ich glaube international sind drei. Mit der linken Seite anfangen. Und die werden scharf auf mich sein die Mädels. Ich bin der Sieger! Der Beste, der absolute Gewinner. Schampuskaiser! Wenn ich so da oben stehe werde die anderen langsam ins Ziel kommen. Tja, bei so ner Bergetappe muß da der ein oder andere schon mit dem Zeitlimit kämpfen. Aber Jungs - kommt schon, Kopf hoch, ist doch nur Radsport.

Obwohl, so sicher sollte ich mir nicht sein. Vielleicht klemm ich mich anfangs einfach nur hinten rein. Lass die anderen arbeiten. Mach ein schmerzverzerrtes Gesicht und erzähl was von Übertraining. Da werden sie attackieren und ihre Chancen in der Flucht suchen, sich vorne im Wind bei der Tempoarbeit aufreiben um mich zu zermürben. Aber ich werde wie Phoenix aus der Asche steigen und sie alle Lügen strafen! Heute ist der Tag gekommen für Jahre der Demütigung. Jahre in denen ich hinten im Peloton um Anschluss gekämpft habe. Heute wird zurückgezahlt, für die Tage wo ich alleine nach Hause fahren mußte weil die Form nicht für den vorletzte Kuppe reichte. Für die Zeiten, wo mein Name Seiten weiter hinten in den Ergebnislisten auftauchte. Aber ab heute wird alles anders! Sie werden vor mir zittern. Ab jetzt bin ich der Chef des Pelotons, der König der Landstrasse, der Patron der Patrone - ähh: der Kapitän der Kapitäne..

Noch ein letzter Check: neue Kette, Laufräder und Hinterbau geputzt. Das neue Trikot zum Zeichen meiner Überlegenheit strahlt in tollen Farben. Das Sitzpolster ist gecremt. Vier Gels müßten für die Distanz reichen. Auch die Details zählen. Ich bin konzentriert. Dasselbe Ritual wie vor jedem Rennen. Jetzt in den Flow kommen und dann durchziehen. Ein Blick in die Augen der Kontrahenten, sie sollen spüren das der Sieg ab heute nur noch an mich gehen kann. Der Helm, die neue verspiegelte Sonnenbrille, der Pulsgurt - was ist mit dem Pulsgurt? Oje der Pulsgurt. Ohne Pulsgurt würd ich am ersten Berg überziehen. Garantiert, roter Bereich, Zack! Krämpfe, vorzeitiges Ende, Abbruch – das selbe wie immer. Ich muß nochmal hoch meinen Pulsgurt holen...Wartet ihr auf mich, bitte fahrt nicht ohne mich los.....“

„Mein Gott Gathmann, jetzt hol endlich Deinen Pulsgurt und beeil Dich! Iss ja schon gut, wir warten. Können wir nicht einmal pünktlich wie jede andere Radsportgruppe auch zur Dienstagsabend Trainingsrunde starten?“

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Juli.05 - Der literarische Notstandsbericht

Finisher – Endlich geschafft!!

So fühle ich mich nach satten 234 Seiten neuester Radsportliteratur aus dem FließbandVerlag Covadonga. Da wird passend zur Jeantex Tour Transalp ein neues Buch propagiert, das von derselbigen Ausgabe ein Jahr zuvor handeln soll. Ein Radsportkrimi aus dem Hobbymilieu? Mit Hungermacken, Kuppensprints und Frauenweitschleudern?? Das ist eigentlich großes Kino, da könnt man sogar nen Plot für Hollywood draus drehen.

Brägels Wiedergeburt

Aber kaum hat man sich das Buch geordert, kommt die Ernüchterung. Eigentlich fängt es ja gut an. Ein Typ, der im entferntesten versucht an weichgespülten Brägel zu erinnern will die Transalp schaffen und sich nebenher mit seinem Teampartner messen - weil er aus derselben Clique kommt. So weit, so gut – das kennen wir jetzt alle von der TAC oder JTT. Dann fährt er wider Erwarten seinem Partner drei Etappen lang um die Ohren und man denkt, jetzt wird’s langsam spannend – und dann liest man die Zeilen des Einbandtextes wie ein Dejavu und realisiert: Da kommt nix mehr! Der Spannungsbogen dieses Buches sieht ungefähr so aus wie die letzte Etappe der diesjährigen TAC. (Die mit 80km flach bis nach Jesolo für alle die das nicht so wissen können) "Ab jetzt kommt nur noch Geäffel" würden Fritz und Thilo jetzt sagen- und die kennen sich mit der Transalp sehr gut aus!

Liest sich wie der Furkel

Und auch ansonsten kommen einem manche Passagen des Buches vor wie dem verehrten Author der Furkelpass. Lang, zäh und zwischendrin ein paar unlesbare Rampen. Z.B. die amourösen Anwandlungen die den Autor so irgendwo zwischen Brägel und Casanova positionieren. Davor kann nur gewarnt sein! Es gibt weder richtigen Sex noch Radsport. Wenn man nicht flux zwei Seiten auslassen könnte wär ich auch Zickzack gefahren oder auf der Hälfte stehengeblieben wie am Furkelpass Immerhin kommt man mit diversen Lücken sofort wieder rein in den Text.

Werbepause

Zwischendurch dann immer diese nervigen Werbeeinblendungen. Ungefähr so beliebt wie Handy Klingeltöne Verkauf im Endstadium einer Tour de France Etappe. Ja, wir wissen jetzt alle, das der Schreiber von einem kleinen Bocholter Radladen einen Mittelklasserenner für lau bekommen hat! Schleichwerbung ist, wenn Sie schleichend ins Unterbewußtsein diffundiert. Das hier ist Hammerwerbung.

Schon mal die Ausschreibung gelesen?

Auf der ersten Etappe im Finish kämpft der Literat noch mit Krämpfen und gegen seinen Partner. Kurz vor dem Ziel dieses Gefühl als wenn es flach geht, die Geschwindigkeit jedoch so ist als wenn es berghoch ginge. Nie hab ich dieses Gefühl so intensiv erlebt wie ab dem Kapitel mit Wolkenstein.

Der Partner ist längs versenkt, der Autor steht für alle Amazonkunden in heroisch glänzendem Licht da, weil er sogar schon das Niveau von Fahrern aus Startblock B halten kann (Wow!) Und nun? Statt mal auf die Idee zu kommen eine Etappe zusammen mit dem Partner zu fahren, ihn aufzumuntern, oder zumindest noch öfter am Berg zu demütigen – strahlt er weiterhin wie ein Geisteskranker alleine in der Gegend rum. Und bekommt in der abschließenden Abfahrt nach Garda fast schon einen Moralischen weil er so einsam auf weiter Flur ist.

Looser in Mind

Wenn das Buch jetzt Einsteigern als Leitfaden für die Etappenrennen über die Alpen dienen soll: Vorsicht! Das was der Kerl da macht ist nichts als ein Egotrip. Da kann er gleich Triathlon machen...

Das ist nicht der Sinn, der Geist der JTT! Das ist niedrigste brägelsche RTF Gesinnung. Damit kommt er in der Beliebtheitsskala direkt nach den lieben RTF Kollegen vom armen Mörtel (siehe Forum). Lieber Lars Boyson, eins hast Du voll verpeilt: das ist ein Teamrennen, keine Touristik! Am Ende bist du so gut wie dein Partner, da kannst Du uns in 15 Kapiteln erzählen was Du willst. Schau einfach in der Ergebnislisten von 2004 nach. Auch wenn Du in den Radsport Belletristik Charts vor Isabelle Allende landest und dickere Oberschenkel als Günther Grass hast, Du bleibst geistig in Startblock C. Weil Du den Sinn nicht verstanden hast. Nur das Teilen der Erfahrung eines Matrazenlagers macht Dich nicht sofort zum tollen Teamplayer – überleg Dir das bitte vor Deinem nächsten Buch, sorry.

Die wahren Dramen

Wenn das Buch also schon nicht als Einstiegsliteratur dient, was gibt es dem erfahrenen Etappenrennen Teilnehmer? Nichts, oder sehr wenig. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen. Zum Beispiel die von der Hungerrast als sich Team Laktatexpress (Marbod und Matthias) anno 2003 plötzlich inmitten der C-Blöckler wiederfand. Diese Radsportproleten mit Lenkerkorb und grauen Socken, die es auch noch als Herausforderung sahen einen zu überholen, weil Matthias wehrlos am Berg im Schritt Tempo hinvegetierte. So eine Grausocke muss Lars Boyson sein! Nur klingt die Geschichte aus der Sicht des Überholten viel spannender. Glaub mir! Aber dazu braucht man genügend Selbstironie und Chuzpe um das allen Covadonga Abonenten zu erzählen. Die hast Du, Lars Boysen leider nicht.

Fazit

„Finisher“ bleibt, wenn es um das Leben als Hobbyradsportler geht auf der sicheren, allerdings langweiligen Seite der Überholspur. Es ist halt nur ein chronisch abgehandelter Erfahrungsbericht, kein fiktives auf den Punkt formuliertes Drama. Die Spannung ist so groß wie die einer gerissenen Seite im an sich tollen Ksyrium Laufrad.

Wer die geleckten Rennberichte auf Vereins Internet Seiten toll findet - wo ein Top20 Resultat bei einem Trainingsrennen wie eine Heldentat gefeiert wird – der kann diesen selbstbeweihräuchernd/ abschweifenden Schreibstil sicherlich etwas länger ertragen. Alle anderen seien vor diesem Buch gewarnt, mein Exemplar gibt’s bei Amazon gebraucht, 8 Seiten ungelesen!!

m(

PS:

Jetzt kann Lars B. natürlich entgegnen: Meckern kann jeder! Schreib doch mal selber so eine Story... Es gibt ja zugegeben wenige Giganten des literarischen Radsports. Erstaunlicherweise kommen zwei aus dem hohen Norden: Lars Boysen, der Neuling und nicht zu vergessen Stefan Danowski, der Altmeister im Profigeschäft. Dazwischen liegen in Witz und Stil allerdings Welten.

Aber ein Laktatexpress Buch? Warum nicht?? Wenn‘s auf einer echten Geschichte basieren soll - kein Problem: vielleicht sollten Marbod und Matthias nächstes Jahr zusammen die Crocodile Trophy fahren, oder?

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Juni.05 - Der Sozialverträglichkeits Report

Es gibt wenige aber untrügliche Anzeichen, das der Radsport mehr als 50 % des Speichervolumens deines Kleinhirns ein übergebührlichen Anspruch nimmt. Wenn mindestens zwei dieser Geistesblitze auch schon mal durch deinen Kopf gegangen sind kannst du stolz sein - oder solltest dir Gedanken machen:

1. Wenn Sperrmüll ist, zufällig leere Bananenkisten am Wegesrand stehen und dir spontan durch den Kopf schießt: „War hier eine Verpflegungsstelle?!“

2. Wenn vor dir bei der Hitze ein nettes Mädel im Spaghettiträger Shirt flaniert, der BH sich abzeichnet und du denkst: „Ja, hat Polar denn schon wieder einen neuen Gurt rausgebracht? Kenn ich noch gar nicht..“

3. Wenn du eine Verabredung geschäftlich oder privat absprichst „Montag oder Donnerstag ginge...“ und insgeheim denkst: “...da ist eh Ruhetag!“

4. Wenn du bei Barzahlung nur eine Währung kennst:“ Boah, der Pullover ist aber teuer, da bekomm ich ja ne Tune Kurbel für, oder zwei plus Innenlager..“ (also +-500Euro in verhandelter SixPack Währung)

5. Wenn du beim Italiener lieber zum „Allyou can Eat“ Buffett gehst, weil sonst die Mengen Pasta einfach zu klein sind

6. Wenn du beim Thema WeightWatcher oder Diät nicht zuerst an die eigenen Pfunde, sondern an das traumhafte Gesamtgewicht deines neuen Hardtailrahmens denkst

7. Wenn Du bei einem Stau auf der Autobahn relaxed auf Landstrassen ausweichst und unweigerlich alte RTF Strecken abfährst

8. Wenn Deine Favoriten im Internet Explorer Bike-Sport-News, Rad-net und ebay heißen

9. Wenn Du an der Tankstelle auf die Frage „Sammeln Sie Punkte?“ reflexartig die Stempelkarte der letzten RTF vorkramst

10. Wenn du im Augenblick überlegst, wie du den Kollegen erklärst warum du zur Zeit der Tour de France unbedingt die N24Nachrichten oder das aktuelle Börsengeschehen beobachten musst

Weitere Vorschläge bitte im Forum;-)))

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An der Tasche eines Mannes, erkennt man seinen ... Mai06 Bericht

Jeder kennt Sie, die schrecklichsten Seiten des Radsportuniversums! Nein, nicht die Seite im Brügelmann Katalog wo seit Jahrhunderten die Carrera JeansOptik Radsporthose (Seite 565, Modell Ibiza ohne Träger, Restposten 25,00 Euro!!) angepriesen wird - wir meinen mal ausnahmsweise die Seiten 442ff:

Angriff der Satteltaschen!

Da gibt es Microwedges, MacroWedges und jede Menge XXL Expandable Survival Wedges.. Womit wir mittendrin wären im Thema: was haben die Leute da drin. Kaum ein RTF Sympatisant verzichtet auf seine ca. 3 Liter Stauraum. Jeder normale Racer begnügt sich mit Schlauch, Reifenheber, Minitool und bekommt das in eine kleine Continentaltasche gezwängt. Aber was haben die anderen dabei? ParkTool Ständer? Ersatzmäntel für Schlauchreifen Ok. Früher fuhren die Helden der Landstrasse mit gekreuzten Reifen über dem Trikot rum, aber da ist die Technologie doch schon etwas weiter. Luftpumpe und Regenjacke passen doch locker in eine handelsübliche Trikottasche ohne das man sofort aussieht wie ein Michelinmännchen.

Gut, aussehen wie ein Wasserträger will keiner. Mental gehören wir alle in die Spitzengruppe, claro! Aber müssen das denn immer die größten Modelle sein? Ängstliche Naturen haben vielleicht noch ein Wundpflaster und Jod dabei, Verantwortungsvolle noch eine Aludecke. Aber im Sommer, bei 35Grad im Schatten bei einer RTF wo‘s alle Nase lang Waffeln, Hilfe und Ersatzteile gibt??

Wie die Paviane

Wollen die Männlein der Radsportspezies letztendlich nur die Weiblein mit schierer Größe der Satteltasche in Ihren Bann, Pardon äh- Windschatten ziehen? Eindruck schinden auf potentielle Sexual und Trainingspartner?! Das würde klären, warum die Dinger immer so riesig sind, aber trotzdem meist so wenig drin ist.. Nette Idee am Rande: Prämierung der größten und der prallsten Satteltasche unter der Dusche im Ziel! Oder: Viagrafach mit Direktzugriff für den Quickie an der Kontrollstelle...

For Better Hearing

Aber sehen wir mal von den geradezu astronomischen Ausmaßen der von Kritikern liebevoll „Einbauküche“ genannten TrunkBags ab. Was viel mehr stört und ehrlich gesagt auch garnatiert abtörnt ist die durchschnittlich lieblose Befestigung. Im Zeitalter der Schnellverschlüsse, der Bajonett- und Velcrotechnologie baumelt, schunkelt es - und wird von quaddelnden Oberschenkeln wild PingPong gespielt das die Schwarte kracht. Die dazugehörige Geräuschkulisse scheint die Rennrentner kaum zu stören. Voll das Geklimper, aber Colnago fahren und ein Phonaktrikot tragen. Kommentar eines fassungslos auf die Sattelweichteile schauenden Mitstreiters bei der letzten RTF zeealienz bei der alpenüberquerung in Willingen(der Phonak Typ war gerade aus dem Sattel gegangen als er überrollt wurde): „Sag mal, klötert das bei Dir vorne genauso wie hinten an der Satteltasche?“ Vor Unverständnis bekam der Typ die CampaKurbel kaum noch rum..

Camel Trophy

Ähnliches Bild beim Mountainbiken neulich im Harz: CC Rennen über satte 35 Kilometer. Fahrzeit geschätzt ca 1,30Std. Eine Flasche mit Cola reicht völlig. Ab der dritten Runde wird überrundet – und so mitten rein in ein Überholmanöver tönt es plötzlich: „Sach mal Junge, wo willst Du mit deinem Rucksack denn hin? Hast Du Dir ein Zelt mitgenommen??“ Sofort kommt unter Keuchen die bekehrende Antwort: „Das ist ein CamelBack, da kann man ganz toll beim Rennen draus Trinken ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Bis zu zwei Liter - und die Regenhose...“ Der Rest war leider nicht mehr zu verstehen, der Abstand war zu groß geworden. Ob der Kerl anschließend über die Alpen durchgefahren ist, werden wir nie erfahren..

Rudi muss ran!

Aber manchmal hab ich auch das Gefühl, diese Extra großen Taschen sind Teil einer perfiden Mentalen Kampftechnik. Seht her ich bin Tourenfahrer und trotzdem vor Dir! Am besten noch ein Stofftier an den Zipper gehängt! Und das Volumen?! Alles nur mit Helium gefüllte Luftpolsterfolie. Kaschierte aerodynamische Hilfen. Hier sollte die UCI einschreiten und Rucksäcke und Satteltaschen zum Zwecke der Vollverkleidung verbieten! Wo kommen wir denn dahin?! Hatte etwas Francesco Moser bei seinem Stundenweltrekord eine die Luftverwirbelungen hinter der Sattelstütze mindernde Satteltasche montiert? Nein! Also weg damit, verboten wie die Aerorahmen. Das wärer eine Maßnahme zur Erhaltung der klassischen Ästhetik des modernen Radsport. Da muß jetzt mal der Rudi ran und ein Gesetz erlassen..

Nein F.r.a.n.k.y, - Du bist hier jetzt nicht gemeint!

Denn sonst fährt man wieder bei Kilometer 189 auf einem Radmarathon hinter einem Typen mit bleichen Waden und bommelnder Sackattrappe – und ist froh mit der Hungermacke im Windschatten bleiben zu dürfen – weil man seinen Powerbar wieder versehentlich in den Rucksack gepackt hat;-)))))

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Wohin mit den Pillen - Der April 05 Bericht

Gestern war ein Glückstag. Am Eingang bei Aldi lugten gleich neben dem WC-Schaumreiniger der Geschmacksrichtung "Tropic" Pillen vom Grabbeltisch: L-Carnitin&Vitamin E, zum halben Preis. Nuggets! Der typische Aldi-Kunde und Treibholzaspirant verschmäht diese wunderbaren Kapseln offenbar, er verdrückt bei RTFs mit Vorliebe fettig zuckrige Vollei Waffeln.

Dagegen ist L-Carnitin wie Koks für den ambitionierten Radsportler. Noch an der Kasse habe ich eine Handvoll verputzt. Das Zeug kurbelt den Fettstoffwechsel an, natürlich nur, wenn man dazu reichlich Niacin und Biotin einwirft. Da kann man dem Hüftgold beim Schmurgeln zuhören. Man muß das Zeug nur lange genug nehmen. Irgendwann ist es bestimmt auch bei mir so weit.

No Dope – no Hope?

Den allseits bekannten Möchtegern Moderator Rudi Altig nannten sie die "rollende Apotheke", weil zwischen 40 zweifelhaften Substanzen in seinen Adern kaum noch Platz für Blut gewesen sein soll. Rudi, alter Waisenknabe, das war harmlos! Wenn sich ambitionierte „RTF Spitzengruppe“ Fahrer heute das Knie aufschlagen, müssen die Pflaster auf der Sondermülldeponie entsorgt werden. Denn neben Carnitin schwappen Kreatin (Muckis) und Guarana (Speed), verschiedenste Eiweiße sowie Eisen (rote Blutkörperchen) in einer Lake aus Calcium (Knochen) und Magnesium (Krämpfe), gewürzt mit Zink (Abwehr) sowie den Vitaminen A bis Z. Erst der Schuss Selen (Bindegewebe) aber rundet ein Bouquet ab, das allerdings ohne eine Spur Acetylcholin (Gefäßerweiterung, leider auch Darmtätigkeit) und einem Ideechen Glukosaminsulfat (K3- Knieknorpel!!) nicht rund wäre.

Modedrogen des Frühjahrs 2005 sind zweifellos die Aminosäuren. Ohne Alanin (Glukoseaufbau), Isoleucin (noch mehr Muckis), Tryptophan (Wachstum) und Valin (gutes Wetter) gehe ich gar nicht aus dem Haus. Damit das gute Gewissen nicht zu kurz kommt, pfeife ich noch ein paar Naturprodukte ein: Weinessigkapseln (Glykogenspeicher), Grünlippmuschelextrakt (Gelenke) und Weizenkeimessenz (weiß ich nicht mehr). Davon merke ich zwar genauso wenig wie von dem anderen Zeug. Aber wenn ich Öko-Krempel kaufe, dann habe ich Plus auf meinem Gutmenschenkonto und kann mir das Mülltrennen sparen.

Gibt Saft und Kraft

Pulver und Pillen sind für den hart trainierenden Mann an der Windkante, was für die liebevoll im Ziel wartende Frau die Kosmetik ist: Weil es teuer ist, spürt man sofort deutliche Verbesserungen. Mein Dealer ist ein 100-Tonnen-Ungetüm im Pitbull-Sweatshirt mit abgeschnittenen Ärmeln. Oberarme wie Ottfried Fischer Oberschenkel, nur härter. Sein Laden liegt schräg gegenüber von "Willy Müller" und ist immer leer. Dafür gibt er Kraftpulver in Farbeimergrößen ab. Allein der Einkauf hier gibt mir Kraft. Zum Glück nimmt er Kreditkarten.

Neulich habe ich versucht, den Hersteller des Kreatins zu googlen. "Site wird überarbeitet" - klingt ja superseriös. Da keimt der Verdacht, die kaufen einen Doppelzentner Kalk im Baumarkt, füllen das Pulver um, schreiben "Amino-Carbo-Power" und "39.99 Euro" drauf.

Mach mir den Hondo

Am schlauesten stellt es die Firma Loges an. Die mischen etwas Vitamin E mit Magnesium, Kieselerde und dem Hausfrauen-Extasy Johanniskraut, nennen es "Anabol Loges" und schreiben einen Mondpreis drauf. Großartige Idee. Kaum hört der Ausdauer-Freak "anabol", bestellt er reflexartig, weil da ja ein winzigkleinesbisschen Illegales drin sein könnte. Ich sollte Früchtetee unter dem Namen "THCokespeedorade" auf Karls Schulhof verkaufen - das liefe bombig.

Läufer sind wie Techno-Teenies, die probieren jede Droge. Wenn morgen irgendwo steht, dass Gurgeln mit Klärschlamm gut fürs Tempo ist, lägen tags darauf Deutschlands Klärbecken trocken. Millionen Läufer hätten sie leer gesoffen. Und ich hätte jeden niedergeschlagen, der sich mir dabei in den Weg gestellt hätte.

Zwei Probleme haben die ganzen Wundermittel allerdings.

Erstens: Wie versteckt man all die Dosen, Flaschen und Pillenpackungen vor der Putzfrau, Freundin, Traingspartnern? In vier Paar Sidi bekommt man nicht viel untergebracht. Und wirklich appetitfördernd sind die speckigen Aromasafes auch nicht. Im Auto unterm Reserverrad war viel Platz, aber nur, bis das Aldi-Carnitin kam. Ich überlege was großes hohles zu kaufen, einen Scale Rahmen vielleicht. Bei der Sattelstütze fällt das Mehrgewicht der Pillen gar nicht auf.

Problem Nummer zwei ist gravierender: die Wechselwirkungen. Kalzium und Magnesium sollen sich aufheben, die Vitamine E und C bei zeitgleicher Einnahme sofort letal wirken. Eisen stopft, Aminosäuren und auch Magnesium führen dagegen zu unkontrollierter Darmentleerung. Kreatin lagert Wasser ein und Zink macht schlapp.

Magnesium statt Abflussfrei

Eines habe ich in Selbstversuchsreihen immerhin herausgefunden: zwei, drei Eisenpillen, und die Schotten sind 48 Stunden zuverlässig dicht. Da kommt nicht mal Magnesium durch. Dazu passt Vitamin E. Am nächsten Tag gibt's dafür Kalzium mit Vitamin-C-Beilage. Am virtuosen Einsatz der restlichen zwei Dutzend Substanzen feile ich noch.

Neulich fragt mich mein Trainingspartner Frank R., ob bei mir denn molybdänmäßig alles im grünen Bereich sei. Berechtigte Frage: Spontan spürte ich Mangelschmerz. Wie konnte mir das passieren, wo Molybdän doch sogar in der Stahlindustrie verwendet wird und im Raketenbau? Das sollte jeder Radsportler im System haben. Und die Dienstagsgruppe wird auch keinen Verdacht schöpfen. Ich pack das Zeug einfach in meinen alten italienischen Stahlrahmen.

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März.05 - Die Insel. Eine Reality Soap

Bereits zum 34ten Mal hatte Dick van Steenbergen, der holländische Chef Formatentwickler von RTL7 denselben sagenhaften Einfall: “Eine Reality Soap! Wir sperren ein‘ Haufen Irrer zwei Wochen zusammen mit ein‘ Haufen Clubbiker auf ein‘ Insel geiben ihnen Aufgaben und beoubachten die rund um die Clock mit die Kameras. Jeiden Dag wird ein‘ rausgewählt, die letzte is die „Keönig die Insel“. Doll, was?!!“

„Sagenhaft, Dick!“ jubelten seine subalternen Programmassistenten. „Und wir nehmen Rennradfahrer. Da seihen die Leut mal war das für Typen sind: Sex, Epo und Salsa, geile Grandlagenduelle, Kraft am Berg, Windschattenlutschen und so weiter! Da knallen die Einschaltquoten seit dem ScharpingHype durch die Decke!“

Die Kandidaten

Schon vier Wochen später sitzen die in Wuppertal und Südharz handverlesenen Edel-Kandidaten des „Die Insel – Ich bin Rennfahrer, holt mich hier raus!“ in einem kleinen Militärflugzeug, einer Antonow und knatterten Ihrem ungewissen Ziel entgegen. Frank R. Sprintspezialist, Jörg H. Big Windschattenspender, Dani B. Elitefrontfrau, Rainer W. „El Salsa in Persona“, Mattes „master says faster“ O., Thomas M. gnadenloser Wadenbeißer, Matthias M. „ElTurbo“ und last not least: Drücker vor dem Herrn Mark B.

Platoon LE

„Müssen wir denn jetzt hier mitten in der Nacht abspringen?“ fragt Jörg den resoluten Herrn in Militäruniform, der gerade die Fallschirme verteilt. „ Rudy Pevenage hatte keine Zeit, deswegen ist Bjarne Rijs in letzter Sekunde als Regisseur eingesprungen. Der meint das muss sein, wegen der Gruppenbildung und Teamfähigkeit! Deswegen olivgrün statt Schierker Trikot oder Laktatexpress Einteiler. Ausserdem sollt Ihr nicht wissen auf welcher Insel Ihr Euch befindet. Also schnappt Euch Eure Räder und springt schon: hopp, hopp!!“

Mitten in der Nacht landen so unsere Spezialhelden etwas unsanft inmitten einer unwirtlichen Steinwüste. Sofort öffnet Thomas M. den ersten Aufgaben- Umschlag: „Richtet Euch ein Lager und eine Radwerkstatt ein“ Er sah sich um. „Da iss ja nix. Kein Hotel, kein Bungalow, noch nicht mal ein Radshop!?“ „Die wollen das wir uns was selbst bauen!“ schwant es Frank B. „Lass uns erst mal ne Strasse suchen. Da kann man morgens besser losradeln“ wendet Matthias M. ein. Und so wird nach einem 2 stündigen Fussmarsch in Radschuhen eine Strasse erreicht.

Krawatte oder Looping

„Die Strasse sieht aber lustig aus.“ freut sich Dani im ersten Morgenlicht, “kommt von oben macht eine 300 Grad Kurve und fährt unter sich selbst durch. Fast wie ein Krawattenknoten! Das ist ja lustig, kenn ich gar nicht?! Lass uns da in der Mitte unser Lager aufschlagen.“ Gesagt getan, aber beim Bau des Unterschlupfes kommt es zu ersten Meinungsverschiedenheiten: Weil Mattes seinen CR1 Rahmen nicht für den behelfsweisen Bau eines ParkTool-Ständer opfern will wird er direkt als Erster von der Gruppe rausgewählt. „Tja was solls, der war dies Jahr ja schon in einem Trainingslager“ sagt Thomas sentimental.

Umschlag Nummer 2 kündigt für den nächsten Tag eine 6stündige Grundlageneinheit an. Locker und Flach. Der Kurs ist selbst zu wählen und der letzte ist raus. So was verlangt professionelle Vorbereitung: und so tut sich Einiges, Kettenglieder werden angesprengt, Lenker angeritzt und Nägel in Mäntel gesteckt und Trainingspläne gefälscht. Da aber jeder auf der Ausfahrt irgendwelche Ausfälle hat, fällt noch nicht einmal auf, das an Rainer W‘s Rad die Hälfte der Teile noch nicht montiert ist. Das Team ist mit einer einfachen Karte ausgestattet, die Ausfahrt geht runter von dem Berg vorbei an Orangenbäumen, Tankstellen, Klostern und blühenden Mandelbäumen. „Ich könnt mich nicht dran erinnern hier schon mal gewesen zu sein..“ freut sich Dani der schönen Landschaft. Das Ende der Einheit verschiebt sich wegen diverser technischer Defekte und Umwege. Nach 8 Stunden muss der Schlussanstieg die Entscheidung bringen. Eine Sekunde lang nicht aufgepasst und der zweite Matthias hat den Anschluss verloren und verabschiedet sich leise von der Insel.

Party all Night long

„Die Kameras haben sie aber gut versteckt!“ sagt Jörg zurück im Basislager Krawattenknoten. „Die versprochenen Salsa Bars aber auch!“ meint Rainer, „Na dann machen wir halt selber Party hier oben..“ und trommelt rythmisch auf seinem Unterrohr „Ruhe, wir brauchen unseren Regenerationsschlaf..“

Frank öffnet am nächsten Morgen Umschlag Nummer 3: „Kraft am Berg, Mann gegen Mann!“ Die Steigung gleich nebenan scheint für diesen Zweck sehr gut geeignet. Nach je vier Auscheidungsrennen a 45 Minuten/1000 Hm steht der ultimative Verlierer am Berg fest: Rainer W. Die Nacht durchgemacht, ein paar einheimische Schafe getroffen, Salsa mit ihnen getanzt.. Das hat in wohl zu sehr mitgenommen. Ausserdem war der Starttermin mit 10.00 Uhr unmenschlich früh. Er wird abends der See übergeben. Dani meint noch: “Sa Caloria, der Ort da unten in der Sackgasse kam mir irgendwie bekannt vor, hört sich spanisch an?!“

Und Du bist raus...

Im Umschlag Nummer vier steckt ein fetter Hammer, es ist Ruhetag und deswegen heißt die Aufgabe: „Das häßlichste Rad von Euch ist raus!“ „Das ist das Trek mit der schwarzen Gabel“ geht’s direkt in die Vollen. „Nee, aber Dein Aluhobel mit den WCS Teilen ist wohl besser, was“ „Ich bin fein raus, ich hab ein Klein!“ „Ja stimmt, mit den Spinergy bist du wirklich fein sofort raus..“ „Was hast Du Mavic Held gegen meine wunderschön weichen Carbonlaufräder, Häh?“ Nach einer kleinen aber heftigen Rekom Prügelei sind alle Gruppenteilnehmer froh, nicht nach dem eigenen Schönheitszustand bewertet zu werden. Und Jörg ist draussen. Hätt er doch mal vor dem Wettbewerb noch einen neuen Rahmen gekauft..

Die Umschläge fünf bis zehn dezimieren die Gruppe zusehends. Die Aufgaben sind hart und vielfältig: zum Beispiel müssen die Teilnehmer versuchen sich ihre Fahrräder gegenseitig zu verkaufen – und am nächsten Tag steht unvermittelt ein Einzelzeitfahren mit Inselumrundung an. Eine andere Aufgabe lautet: „Tanz den Hürzeler Kreisel!“ oder einfach: „Brich Rompelbergs Speedrekord!“ Dani ist sich langsam sicher: „Ich kenn die Gegend hier, also wenn das mal nicht Teneriffa ist – oder vielleicht doch eine Baleareninsel. Die Kreisverkehre in Spanien sind doch irgendwie alle gleich..“

Holt mich hier raus!!

Und so saß zum Schluß Thomas M. mutterseelenallein als Sieger im Krawattenknoten. „Jetzt müßten sich eigentlich die versteckten Kamera- und Tonleute zeigen“, dachte er und wartete. Aber nichts passierte. Auch die angekündigten Salsatänzerinnen waren immer noch nicht zu sehen. Keine Antonow, kein großer Bahnhof, von den Moderatoren Sonja Kraus, Rudi Scharping und Elten keine Spur. „Die wollen nur meine Superkompensation testen“, überlegt er, „je länger ich jetzt durchhalte, desto geiler wird mein Hauptgewinn, garantiert.“

Immer weider Freitag

Thomas war ein sturer Brocken, er hielt weitere zwei Tage durch, drei, klaute Orangen und Wasser von dem nicht weit entfernten Kiosk an der Durchfahrtstrasse und vegetierte weiter vor sich hin. Doch nach zwei Wochen sengender Hitze und bitterkalter Nächte hatten ihm Sonne und Hungerrast derart zugesetzt, dass selbst er, der Wadenbeißer nicht mehr konnte. Er schleppte sich an die nahe Landstrasse und schrie seine Verzweiflung in das weite Tal unter sich. „Ich bin der König der Insel, holt mich hier raus, verdammte Scheiße noch einmal!“ Und wie auf Kommando kommt ein Radfahrer in blau-orange bunten Klamotten den Ansteig hochgekrochen. „Na endlich jemand da. Wo ist das Empfangskomitee, die Bräute, das Fernsehen, bin ich berühmt??“ „Keine Ahnung,“ sagt der Typ mit dem Ridley, „Ich bin vor einem Monat bei „RTF Reloaded – Ein Verein sucht seinen Meister“ rausgeflogen und paddle seitdem mit einem Gummiboot vor der Küste Südfrankreichs von Insel zu Insel.“ „Aber wo ist mein TV-Team?“ „Hier im Gebirge sicherlich nicht!“ „Wieso?“ „Weil ich kürzlich bei Eingeborenen auf Ibiza RTL 7 Nachrichten gesehen habe. Da hieß es, eine Antonow hätte versehentlich eine Kandidatengruppe auf einer falschen Insel ausgesetzt und sie nicht wiederfindet.“ „Wo sind wir den hier, ich dachte insgeheim immer Mallorca?!“ „Zypern, Junge, Zypern Nordteil!“ „Wow, knapp daneben ist auch vorbei, das ist ja wirklich voll Robinson Insel mäßig. Und wie heißt Du?“ „Freitag, Marbod Freitag“ „Das hätt ich mir denken können, darf ich mich vorstellen: ich bin Thom, der König von Mallorca! Äh Zypern..“

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Februar.05 - Bin Baden und die Tour de France

Da haben wir den Salat. Mitte der Woche platzte die dickste Arschbombe die der Radsport je gesehen hatte, Rudolf (Bin Baden) Scharping, Ex-Verteidigungsminister, ExKanzlerkandidat und Ex- Politiker kandidiert für das höchste Amt des führungslos dahertaumelnden Bund Deutscher Radfahrer.

Jetzt mag manch ein Mitglied von der Basis aufschreien „Nein! Alle nur der nicht!“ Es hilft nix. Selbst mit sofortigem Austritt aus unserem allerliebsten Schlafmützenverein würde den mit allen Fettnäpfchen gewaschenen Vollblut Dilletanten nicht umstimmen. Und wir wollten ja schon aus viel wichtigeren Gründen aus dem Verein austreten. Da sei nochmal an die peinliche Nominierungspleite bei den Mountainbikedamen kurz vor Olympia erinnert. Von den Machenschaften bei den Bahnsprintern um Jens Lehmann ganz zu schweigen..Aber jetzt ist er da und hat seinen pinkweißen Radhelm in den Ring geworfen.

Aber bitte nicht im Telekom Trikot

Als erstes die Ankündigung seitens des geschaßten SPDlers: „Ich hab schon große Berge versetzt, äh - gefahren.“ Wir erinnern uns unscharf, ja: Scharping mit hochroter Birne, schiefsitzendem Helm und unvermeidlichem Telekom Trikot. Der Mann weiß wovon er spricht, so passt er auf jede sommerliche BadTaste RTF. Aber was kann uns Radfahrern so ein gealterter Lobby Kannibale bringen? Von allen BDR Funktionären hochgelobt werden seine Verbindungen in Politik und Wirtschaft. Und tatsächlich, Scharping kennt sich aus. Vor allem auf Mallorca! Während seine oliven Jungs in Afghanistan kämpften, kümmerte er sich auf unserer bevorzugten Trainingsinsel um wichtigere Dinge. Vielleicht ein Plauschfahrt mit Max Hürzeler, oder ein Erdbeergrüppchen mit Freundin Gräfin und Fred Rompelberg?

Keine Frage, der Kerl hat vom Radsport soviel Ahnung wie Norbert Blüm vom Basketballspielen. Aber darum ist er wahrscheinlich so beliebt bei den verknitterten BDR Landesfürsten. Wer keine Ahnung hat, kann alten Seilschaften auch nicht gefährlich werden. Präsentieren, Klappe halten, weiterwurschteln wie bisher. Und das am besten in dem Tempo, das der Medienprofi uns allen schon diverse Male demonstriert hat. Gaaaaaanz laangsaaaam. Das erste Steherrennen um die Macht im BDR.

Der Papst persönlich

Schauen wir doch mal in unseren Nachbarländern: wie machen das denn die anderen Radsportverbände? Großbritannien hat nach Verlautbarung gut informierter Kreise schon den Radsport zur Chefsache erklärt. Hier wird es eine Doppelspitze geben: Camilla Parker Bowles wird sich das Präsidentenamt mit Sarah „Fergie“ Ferguson teilen. Eine wahrhaft königliche Entscheidung. In Frankreich Inspektor Clouseau als Topfavorit gehandelt, und in Italien wird der Papst persönlich den diffizilen Posten des Chefselektionärs annehmen - damit nicht wieder so viele Radsportstars kurz vor den Weltmeisterschaften auswandern. In Österreich wiederum hat der Haider Probleme mit den ganze zugewanderten italienischen Profis und kann das Reichstrainer Amt nicht mit seiner Vergangenheit unter einen Hut bringen..

Wenn der Trend jetzt definitiv zum gescheiterten Promi geht, was erwartet uns dann in Zukunft? Angie Merkel wird, wegen erneutem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur BDR-Kontrollfahrer-Obfrau. Berti Vogts Bundestrainer für die Radballer? Der Lafontaine kümmert sich um die Crosser, St. Wendel liegt doch im Saarland direkt vor seiner Haustür und Rudi Altig kramt seine alten Trainingspläne für die Frauennationalmannschaft aus

BDR: B-promis Dürfen Ran

Besser noch, wir machen direkt noch ne Show draus: Big Brother BDR, B-promis Dürfen Ran“ Die große Reality Show auf RTL2! 12 hochprominente Ex-Irgendas werden für die Zeit der Tour de Farce in einem Gerolsteiner Wohnmobil eingesperrt und müssen abends Räder waschen, eine Übergangsetappe spannend kommentieren, junge Talente für Olympia nominieren oder sich gegenseitig rauswählen. Am Ende bleiben wie immer drei Oberpeinliche übrig. Und dann darf das NOK entscheiden wer BDR Präsident wird. Und siehe da, weder Schalk Golodkowsky, Dolly Buster noch Rudolf S. kommen in Betracht. Der BDR bleibt wegen fehlender Endkampfchance ohne Präsident, basta. Danke NOK!! Das ist die Lösung am Ende...

Fazit:

Aus dem BDR austreten bringt keine Veränderung. Und so oft wie der Laden patzt kann man gar nicht kündigen. Aber die Nummer mit dem Scharping geht alle Radfahrer etwas an. Wir fordern eine basispolitsche Grundsatzabstimmung unter allen Zweiradlern. Abstimmungsberechtigt sind alle, die keine Stützräder mehr haben. Unterstützt die Petition „Scharping muss im Radkeller bleiben!“

Denn stellt Euch vor, wenn ihr bisher an lauen Sommerabenden als Gruppe durch die Vorstädte gerauscht seit, riefen die Kinder in den Strassen laut begeistert: „Ullriiich“! Und ab nächstem Jahr erwartet uns Rennradler, ob BDR Mitglied oder nicht, einfach nur ein hämischer Anfeuerungsruf: “Schaaarpiing!“ Stellt's Euch vor, es wird so kommen...

Der Klingelton zum Kandidaten!

Aber es gibt noch Hoffnung, es wär nicht der erste Posten, den der Kerl nicht bekommen hat. Und wenn doch gibt es demnächst bei uns im Shop die erste Fahrradklingel mit dem offiziellen BDR Krönungssong: „Schaaa-Pinng!!“

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Januar.05 - Das Jahr des Style - Impression Session

„Was die Profis machen, können wir schon lange!“ rief F1., genannt „ElCapo“ und seines Zeichens Vorstand einer nicht näher genannt werden wollenden zwanglosen radsportlichen Vereinigung aus dem Tale der Wupper.

Bei Bier, Grillwurst und hausgemachten Trainingsplänen saßen die üblichen Verdächtigen auf einem kleinen Balkon und sahen der Sonne zu, wie sie über dem Briller Viertel unterging. „Am nächsten Sonntag machen wir mal kein Rennen und keine RTF auf englische Art, sondern eine 24Std. Expression Session! Sowas wie die Jungs vom RedBull Rampage. Nur der Style zählt! Go with the Flow – Dress to Success und so – also nur der Eindruck - oder Ausdruck, halt wie du willst – zählt! Starten kann jeder, die Kampfrichter sind inkognito. Ich organisier das..“ „Wieso in Kognito“ fragte der andere F2. „und nicht in Burscheid. Da ist nächstes WE zufällig die „Rund um den Altenberger Dom RTF“ „Sehr komisch F2. – aber gute Idee. Kurz die Regeln - die Session besteht aus drei Teilen: 1. Freies Radfahren, 2. Bar-B-Q und 3. Party in Burscheid. Start ist Punkt 6.00 Uhr mit den letzten Rentnern und die Siegerehrung für den coolsten Radler findet Punkt am nächsten Morgen um 6.00 in der Kneipe gegenüber von Radsport Campana am Tresen statt. Noch Fragen?“ „Was ist den Ba-bi-Kuh?“ wollte der zweite F wissen. „Hmm – ich würde sagen, wir lassen das und grillen stattdessen.“

Na, das war doch endlich mal ne Chance für die Hardcore MTB Sektion um bei einer RTF voll aufzuposen.

Bad Taste Party

Der Tag der Entscheidung ist endlich da. Die Spitzengruppe schon kurz nach Mitternacht ausgerückt. Nur noch vereinzeltes Treibholz startet als die Sonne aufgeht und 12 begeisterte Teilnehmer ihren ersten Stempel holen. Mkus hat für Teil eins seinen altes Gudereit exhumiert und ritt in einer Levis Optik Lycrahose rücklings auf dem Oberrohr den Brügelmann (Eigentlich hatte er sich ja vorgenommen mit schwarzem Helm und schwarzer Regenjacke zu starten, aber der neongrün/orange Farbverlauf auf seinem neuen CR1 war noch nicht getrocknet...) J. hat extra für den Event den Wheely geübt und raste die Serpentinen zum Dom mit einem Original Bobby Root Manual runter. Der Rest zeigt auch Sensationelles, wie einbeinig fahren, auf dem Tandem mit verschiedenen Trittfrequenzen kreiseln (Mbod+Jca) oder auf dem Vorbau noch ein komplettes Frühstück decken, genüßlich frühstücken und Sprinter Waltrop Fahrern SchokoCroissants anbieten (D). Das ist nicht übel, aber R. hat sich etwas Besonderes, Finales ausgedacht: Seine alte getragene Cannondale Schüssel ist mit Lenkerradio aus dem laute Salsamusik dröhnt getunt und er liefert sich auf der Talsohle einen Schildersprint mit zwei Mädels im Golf Cabrio. Knapp vor dem gewonnen Schild beginnt er laut „Love me Tender“ zu singen und startet einen Striptease. Völlig gestoked ist die Besatzung des Erdbeerkörbchens, als er sich auch noch im Takt aus dem Retro-Fantasie-Einteiler pellt und seine pralle Männlichkeit knapp vor dem Flite baumeln lässt. Kaum ist das Ortschild passiert geht er bei knapp Tempo 50 breitseits und entert die Motorhaube der Blondinenschleuder. Zieht breitbeinig stehend seine Sylvesterraketen aus der Trikottasche und schießt rosa Leuchtkugeln in den Odenthaler Himmel. Die Mädels müssen wohl einen Moment abgelenkt gewesen sein und schlagen an der T- Kreuzung knapp neben der ersten Verpflegung in einem SwingerClub ein. Nach diesem Auftritt wird R. zum Ehrenmitglied ernannt und fortan nicht mehr gesehen.

Zielwurst mit Stil

Nach dieser Nummer sind für Teil eins die Plätze definiiv verteilt, also nur die 150er Runde gefahren und direkt zu Teil 2 übergehen: RTF Wurst Grillen! Eine Paradedisziplin für die Unterbarmer Fraktion!

Die Seniorenfahrer auf dem Platz vor der Schule in Burscheid warten auch schon ungeduldig. Jetzt zählt es: Wer hier die Kohle als Erster zum Lodern bringt, wird sicher Eindruckspunkte schinden. Deshalb lässt V. aus sämtlichen Schläuchen der umstehenden Kettwiger Räder die Luft aus den Reifen um damit die Glut zu entfachen. Nicht schlecht, aber E. parkt seinen Italiener direkt neben der Turnhalle und leitet durch einen alten Schlauchreifen die Abgase seines Auspuffs direkt in die müde glimmenden Holzkohlen. Doch das CO2 erstickt sein Vorhaben im Keim. Jetzt wittert TL seine Chance und tränkt den Grill mit einigen Litern aus E’s Reservekanistern. Sicherheitshalber trägt er den Tank dann tropfend zum Auto zurück. Die anschließende Zündung macht dann auch wirklich Eindruck auf die teilnehmerstärksten Ford Kölner und Staubwolke Grefrather. Ein Fauchen, eine Stichflamme, TL ohne Haare und ein lustiges kleines Flämmchen, das an den Grilltischen vorbeitanzt.

Kurz darauf beendet ein dumpfer Knall E’s Leasingvertrag und die freiwillige Feuerwehr Burscheid führt die Blitzgriller in Zwangsjacken ab.

Finale Grande

Logisch, das M). sich jetzt Titelhoffnungen macht. Die härtesten Konkurrenten im Swinger Club oder der Klapsmühle und nur noch eine Disziplin zu bestreiten. Gegenüber von Campana im „Bergischen Bermuda Eck“ will er gehörig aufdrehen. Profi-Party bis der Arzt kommt.

Megacool schwebt er mit Eddy Merckx Gedächtnis Jöppchen in die rammelvolle Eckkneipe ein. Zur Akklimatisierung erst mal sieben gut bürgerliche Jägermeister mit RedBull. Dann folgen einige Pressbiere und vier Kurze zum Klarmachen. Jetzt kommt er richtig in Fahrt, immerhin seit Mallorca kein Alkohol mehr getrunken. Drei übergewichtige Calmund Look a Likes wischt er samt Barhocker nach hinten weg. „Platz da für den Sprint Royale“ faselt er und zerrt zwei kreischende Frisösen- Azubis an den Tresen. „Welche Altersklasse seit Ihr denn?“ zischt M. „Ü fünfzehn...“ kommt es zart zurück. „Aaahh, Frischfleisch – und zusammen fast schon Seniorinnen, hähähä!“ brüllt er und beginnt mit sicherer Hand zu prüfen ob die Beiden einen Polargurt tragen. Dann füllt er die beiden hilflosen Minderjährigen mit Schierker Feuerstein ab und singt unanständige Lieder zur Ziehharmonika. Direkt darauf lässt er auf dem Tresen eine ziemlich miese „Sabine Spitz- Imitation“ folgen. Zur Entspannung dreht er sich entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten eine 35 Zentimeter lange Fake Tüte Schwarzer Krauser und würgt sie den Mädels bis zum letzten Krümel rein. „ Füür eineen Siiieg muust Duu aalles gebeen, saacht auch deer Laaaance..“ philosophiert er so vor sich hin.

Einfach nur Teilnehmen..

In diesem Augenblick, es ist inzwischen kurz vor sechs Uhr morgens, stürmt vom Wirt informiert die Ortspolizei samt Drogenfahndung in die Kneipe und legt M. die Handschellen an. „ Das macht der Ulle doch auch immer so wenn er sich auf die Tour vorbereitet“ versucht M. den Beamten die Situation zu erklären. Doch kaum sind die Handschellen eingeklickt betritt der nackte R. den Gastraum. „Wo kommen sie denn her?“ fragte der oberlippenbärtige Hauptkommissar. „Vom Radfahren – Expression Alter!“ antwortet R.. „Klar doch , sofort verhaften, der ist doch auch zugekifft bis in die Haarspitzen!“ ruft der Ordnungshüter. Da tönt plötzlich die Stimme des Capo von der Tür: „Mal Ruhe hier! Wir kommen zur Siegerehurng!“ „Und wer sind sie jetzt?“ fragt der Oberkriminalrat. „Ich? F1! Der Veranstalter – so ne Art Upsoluth auf Bergisch.“ „Veranstalter?? Wovon?“ „Na von der 24 Std Impression Session Burscheid 2005!“ „Aha, das war also Ihre Idee, Leute die sich heute morgen beschwert haben das Menschen in Jeanshosen über Ampeln bügeln, Verkehrunfälle die durch „Tender“ verursacht wurden, ein auf mysteriöse Weise abgefackeltes Schulzentrum und obendrauf noch in der Nachbarschaft Kiffen und Rumrandalieren?!?“ „Ja, aber...“

Wofür Zeitnahme oder Kampfrichter!

„Und, welcher Vollidiot hat nun gewonnen?“ unterbricht der Kommissar jetzt doch neugierig, „Keiner, ich hab vergessen Kampfrichter einzuteilen. Ich wollte nur allen mitteilen, das wir das Ganze noch mal nächste Woche beim Adler Lüttringhausen Marathon wiederholen werden, und die Hernolds, die Zee Alienz, die Staubwolke Fischeln und die Elf Uhr Gruppe machen auch mit..“ „Ok, Jungs“ der Hauptkommissar daraufhin zu seinen Leuten, „lasst die Anderen unauffällig wieder gehen – aber den Typen hier, den nehmen wir für zwei Wochen in Einzelhaft – zu seinem eigenen Wohle oder dem der Menschheit – ich hab gehört die von der UCI dürfen das auch so machen wenn einer zuviel heiße Luft auf die Lungenflügel bekommt....“

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Dezember.04: Pimp My Bike

Freitag, 23.12.04 irgendwo in einem heruntergekommenen Bürogebäude in einem verlassenen Industriegebiet in München..

Der Strahl der Taschenlampe huscht über Schreibmaschinen und Faxgeräte. Unaufgeräumte Schreibtische, totales Durcheinander. Da, der Strahl bleibt an einem Objekt hängen. Schwarzes Karbon schimmert im diffusen Lichtkegel der Diode – folgt der Kontur entlang der makellosen Rohrübergänge. Das ist es, das langersehnt Gesuchte...

Wer jetzt denkt, hier ist der polnische Weihnachtsmann auf großer Bruchtour, der irrt gewaltig. Wir befinden uns zu nachtschlafender Zeit im Büro der Bike Redaktion. Und der Mann mit der Taschenlampe ist kein geringerer als Referent Mkus von der berüchtigten PimpBikeCrew aus Double-U-UpperValley. Er ist in geheimer Mission unterwegs. Sein Auftrag: das nagelneue Bike des Ehren Chefredakteurs unserer allerliebsten Fchjournaille klauen und mal gehörig aufmotzen. Gut das der liebe Mensch Uli S. so kurz vor Weihnachten als Dankeschön für die neutralen Testberichte ein niegelnagelneues Scala Limited von der Firma Schrott überreicht bekam. So ganz nebenbei halt, und ohne weitere Verpflichtungen.. Aber gut, denn an so einer 5000,- Euro Serienmöhre gibt es ja immer was aufzumotzen.

Zurück in der Hometown Wuppervalley geht der Referent dann sofort mit seiner Crew ans Werk. Das Motto der Tuningorgie ist schnell gefunden: Das belanglose Serienmodell wird eine Hommage an sämtliche tollen Bike- Tuningtips der letzten Jahre! Uli wird begeistert sein.

„YO Man, Mattes, alter Fahrwerktechniker – was sagst Du zu der Flunder?“ „Hey Referent, das ist ja voll die geile Kohlenstoffrakete. Aber die hat definitiv zu wenig Federweg! Mehr Federweg mehr Spass, das les ich in jeder zweiten Zeile! Ich habe hier eine auf 280mm aufgebohrte Marzocci 888, die passt farblich viel besser als die Fox und hat keine Vorbiegung“ „Ok Man, aber wirkt sich bestimmt voll geil auf die Geometrie aus!“ „Chopper sind in, das mit dem Nachlauf klappt perfekt, ich arbeite auch für die Industrie“

„Und Du, Jörg „the Lightning“ Heller, was hast Du für das Rad vorgesehen?“ „Der Dimitri `Kontrolletti´ Lehner sagt immer: „Lenker musse breiter sein“ Deswegen hab ich hier frisch aus dem Titus Katalog eine 71mm Highrizer. Drunter geht da nix. Passt auch gut zu Mattes Chopper Thema. Bei uns wär so ein Lenker wegen der eng stehenden Bäume im Trail nur von Nachteil – aber in Bayern gibt’s ja zum Glück ne 3 Meter Regel.“

„Motherfuckin´ Geil Man, und um dem Chopper noch eins drauf zu geben hat uns F.r.a.n.k.y ´the Welder´ vier obergeniale Schnellspanner mitgebracht. Einen für die Sattelstützenklemmung, einen für den Vorbauwinkel und zwei für die Hörnchen. Damit kann man auf Veith Marathons in der Warteschlange vor dem ersten Trail sein Bike vollkommen auf Downhill switchen – damit wird der Uli der König von Startblock E. Die von der Bike haben den Trick übrigens bisher nur für die Sattelstütze geblickt - Anfänger“

„Hey Referent, ich hab mir was für die Schluffen überlegt. 2.0er Manx das ist doch wie Twiggy bei den Weightwatchern! Breite Reifen sparen Energie, das sit die beste Erfindung seit dem Perpetuum Mobile. Ich hab da mal zwei 18 Loch NoTube ZTR Felgen zusammengeklebt und in eine 36Loch Nabe eingespeicht. Voll krass! Aber jetzt kommt noch der Oberhammer: Von Bohle hab ich den neuen Freebreit Reifen aufgezogen. 4,2er Breite, Niederquerschnitt, Designerprofil. Das setzt dem Trend die Krone auf. Das Modell kommt 2006 unter dem Namen „Loosin` Listi“ auf den Markt“

„Ok, Homies. Bis jetzt haben wir ja eine geile Trendkiste zusammen und sind noch voll auf Marathonkurs. Da muss jetzt noch was obercooles aus der Mütze. Dafür hab ich Alt Retro Kult Shocker, Hansi „The Bud“ gebeten mal etwas aus seiner Asservatenkammer zu kramen.“ „Ja, eigentlich ganz einfach: Ich hab einen kleinen Kontrast zu der SRM Kurbel von „Raceface“ Frittmann gewählt. Ich habe mit dem geheimen Luftfahrtkleber der Firma Schrott zwei Pegs an den Hinterbau geklebt. Hält bombig! Wers nicht mag, kann die genauso rausreißen wie die Freeride Beilage in der Heftmitte."

„YO,Eddy – rausreißen. Apropos rausreißen: bisher alles nur Technik Geschwafel. Ich vermisse den Style. Die Bike hat ihn in Form von Holger „Moped“ Meyer, was können wir dagegen, äh dafür tun? Dee? Dee.Bee! Du bist doch unsere Colour and Trim Guru Fachfrau?“ „Hmm, abgesehen davon das mir das Rad sowieso nicht gefällt habe ich es in ein helles Cannondaleblau umlackieren lassen. Die Decals mit gelben Sonnenblumen und als Farbe für Sattel und Lenkergriffe ein sogenanntes „Pearl Beige Metallic HiGloss“ von Margarthe Astor. Ist zwar ne Frauenfarbkombi, aber in dem entsprechenden Artikel steht beschwichtigend, das es eigentlich keinen richtigen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt. Das hat der Uli jetzt davon...“

„YO, Eeyhh – voll Delirium Color. Hammer. Jetzt pappen wir noch das Brügelmann Radio für Radio Tour und ein paar nette Kleinteile ans Rad und dann geht’s zurück nach München zur Bescherung! Danke PimpCrew – Ihr wart mal wieder wunderbar creativ“

24.12. 18.00 Uhr - Zurück in den Räumen der Bike Redaktion. Die Mitarbeiter sortieren gerade Ihre Weihnachtsgeschenke und Spendenquittungen von CosmicSport. Nur der Uli läuft rum als wäre plötzlich das Fanes Tal in den Dolomiten weg. „Wo ist mein Bike? Gestern stand es doch noch hier?? Hat das wieder ein Praktikant zum Dirtbiken weggeschleppt...“ Täättäää!! Licht an, Spot aus!! „Hey Man, good old `Schinderhannes´, ich bin der Referent, hier sind die Kameras und hier ist Dein Bike!“ „Wow, der Referent und nicht der Kurt Felix? Das ist mein Bike? Ich erkenn ja nix wieder! Da sieht man mal wieder, die Bike Industrie hinkt voll hinterher. Ein Chopper-Marathonbike mit vollaktiver Geometrieverstellung, stromgebender SRM Kurbel und Streckenfunk. Das ganze mit Pegs zum vor der Eisdiele am Bordstein abstellen.. Nein wie toll, das bringen wir als nächstes unter Lesertips! Das hat gefehlt, das ist die größte Zielgruppe der Bikeindustrie, Wahnsinn. Und das alles aus!m Pott. Ich dachte, der Stachus sie der Nabel der Bikewelt...“ Der Bike Ehren-Chefredakteur kniet gerührt vor seinem guten Stück, die Spartenredakteure singen im Hintergrund ein weihnachtliches Lied, die Anzeigenabteilung macht den Chor und die Reiseredaktion hat Kerzen angezündet. Wieder einmal neigt sich das Jahr dem Ende und ein neuer Megatrend ist geboren. Nur Uli hat noch eine kleine Frage:

„Hallo, sag mal Referent, warum ist der auf dem Lenker angeschweißte Zeitschriften- und Bücherhalter so groß?“ „Der ist für den `Lesewitz´, Uli!“

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On Turkey – November 04

„Schei...be, war das kalt an den Füßen! Und ich hatte keine Ahnung wieso, bis ich irgendwie mit dem Kopf anknallte und aufwachte“. „Gut“, sagte mein Psychater der mich seit dem Aufenthalt in der Freiburger Radsportsucht Hilfe (siehe Oktober Bericht 2003) betreute. „Ich möchte mal wissen was daran gut sein soll“ antwortete ich, „schließlich stand ich mitten in der Garage und umarmte splitterfasernackt bis auf das Gore Unterhemd meinen neuen Scott CR1 Team Issue Rahmen“. „Ach ja?“ seufzt er, ohne auch nur eine Ritzelbreite zu mir auf die Couch rüber zu sehen. „Ja – im a..kalten November 2004, um drei Uhr morgens bei minus elf Grad unter Null!“ „Interessant“

Nach meiner langen Karriere als Radsport-Junky und vor allem wegen der letzten Ereignisse, hatte mich ein Suchtberater des BDR und das hiesige Polizeipräsidium dazu überredet, wenigstens in der trainingsfreien Zeit einen Seelenklempner aufzusuchen. Vielleicht würde es mir mit seiner Hilfe gelingen, endgültig aus dem Teufelsfreilauf auszusteigen. Da lag ich nun also und erzählte...

„Wie ist denn Ihr normaler Tagesablauf so“, wollte Dr M. Sinyard wissen. „Tja, nach dem Aufstehen und Ruhepuls messen springe ich auf, schlüpfe in mein Cipollini Trikot, knalle ein Video mit einer Tour Etappe in den Recorder, damit meine Hände nicht mehr so zittern, setz mich auf den Ergometer und lese Zeitung.“ „Welche? Die SZ, Wuppertaler Rundschau oder FAZ?“ „Nee, ProCycling oder Bike Sport News. Anschließend hüpfe ich in die Radsporthose, ziehe meinen Anzug drüber und radle ins Büro.“ „Sagten Sie nicht, sie arbeiten in Köln und wohnen in Wuppertal?“ „Ja natürlich nicht, stelen Sie sich mal vor ich wär vor zwei Stunden da..“

„Ach ja, und Arbeit, haben Sie da Probleme?“ „Pausenlos, mein Chef ist ein echter Korinthenkacker. Verlagt er doch tatsächlich ne Haarprobe von mir! Bin ich Lance Armstrong oder was? Nur weil ich meinen einwöchigen Mallorcaaufenthalt um zwei Wochen Magen- Darmgrippe verlängert hab? Und Tage später sagt er mir, er könne anhand der Laktatkonzentration zweifelsfrei beweisen das ich in den zwei Wochen dreimal K3 an der Oberbergischen gemacht hätte. Dabei gibt’s am Ventoux gar keine Oberbergische, so! Und schlecht war mir da oben wirklich.“

„Und was machen Sie jetzt so Abends?“ „Na jetzt im Augenblick geht nicht viel, ich polier die bestellten Titanschrauben nach und putze die Sattelstütze von innen, was man halt so tut. Dann schau ich bei ebay die 13000 Radsport/Teile Angebote durch und lerne die Kleinanzeigen in der Tour auswendig. Zum Schlafen zieh ich den Renneinteiler an und übernachte in den Laufradtaschen.“ Sie haben Ihr Bett also auch schon verhökert?“ „Quatsch, da liegen die neuen Titananbauteile und Zipps drin, schön weich gebettet in guter Daune!“

„Und wann essen Sie was?“ „Essen? Ja sie sind gut, Essen ist schlecht fürs Gewicht! Außerdem – wenn ich Geld für Essen ausgeben würde könnt ich ja gleich bei Eddys Cycle Station meine Neuräder kaufen und wäre pleite! Ich hab da nen Tip! So unter uns: einmal im Jahr fahr ich ne RTF Strecke ab, ohne Anmeldung natürlich – 4 Euro ist doch voll überzogen für 180 Kilometer – und da pack ich mir immer alle Riegel die gibt in die Trikottaschen. Das langt dann meist für übern Winter."

„Sie sind ja auch schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten...“ „Sie meinen die eine rote Ampel?“ „Nein, ich sehe hier in den Unterlagen das Sie statt Gefängnis eine Entziehungskur auf den Fidschis gemacht haben..“ „Genau, schei.. Insel, keine Strassen, keine Trails – aber ich war da anschleißend eine ganze Weile clean, bis mich ein paar Kumpels mitnahmen, ausgerechnet zum Sechstagerennen nach Dortmund! Die perfekte Runden, die Zwischensprints, der Geruch von angestautem Laktat.. Es dauerte keine fünf Minuten und ich hatte einen Rückfall. Ich nahm drei Gogo-Girls und einen Dernyfahrer als Geisel und erzwang mir einen Startplatz im Madison Rennen. Zwei Stunden ließ ich es mit meinem Partner Bruno Risi richtig krachen. Ich war wieder total drauf. Voll hart!“ „Aber Sie konnten entkommen..?“ „JA, sonst wär ja die Sache mit dem WalMart nicht passiert..“ „Was war denn da noch?“

„Ende Oktober, es regnete und der hat Samstags bis 20.00 Uhr auf. Ich war ziemlich auf Turkey nach der Nummer in der Westfalenhalle. Meine Beine hatten noch immer den runden Tritt von der Bahn – so streunte ich durch die obere Etage und wurde von dem süßlichen Duft der Weißwandreifen in die Radsportabteilung gezogen. Normalerweise sind die Räder da ja unter meinem Niveau, aber als ich da so stand und mir interessiert die Funktionsweise eines chromglänzenden Fahrradständers anschaute kam da ein freundlicher Verkäufer auf mich zu und fragte ob ich nicht ein Rad kaufen wollte. Seh ich so aus? Egal, ber als er mir eine Probefahrt anbot wur ich schwach. Eine Fischer Fully, 2 Cm Federweg, vorne einen und hinten auch! Preis 138,- Da bekommt selbst Bike Components tränende Augen, egal. Ich dreh also erstmal vorsichtig meine Kreise in der Textilabteilung. Langsam steigerte ich das Tempo, das ging so 15 Minuten und der Verkäufer schaute schon komisch. Da fing ich an im Waschmittelgang auf einen imaginären Zielstrich hin zu sprinten, geil! Das Gefühl, der Druck. Hinter der Ecke stand eine Großfamilie, so mußte ich ausweichen und konnte gerade noch mit einem Bunny Hop über die Aktionsware springen. Cross! Geil – im Hürdensprung über die Grillbänke und wieder drauf auf den Schemel. Im Wheely durch die CDs und am Katzenfutter vorbei rauf auf die Rolltreppe. Was für eine Mega Beschleunigung! 53-11 gekettet und unten mit Affenendtempo direkt in den Anlieger mit den Chips und Süßwaren. So langsam bekam ich Hunger, also ab zur Frischetheke und zwei Bananen gegriffen. Echt Marathon Style. Powerslide durch die Molkereiprodukte und dann die langen Geraden an den Kühltheken. Inzwischen versuchten einige Mitarbeiter mich zu stellen. Stümper, die habens auch auf Rädern probiert, die hab ich alle aus meinem Windschatten gedrückt. Pah! Naja, und in der dritten Runde im Erdgeschoß bin ich dann auf meiner eigenen Bananenschale ausgerutscht.. Aber Wahnsinn – alles ohne spezielles Training vorher.“

„Schön das Sie das auch so sehen, der Schaden geht schließlich in die Millionen, vom Brand in der Bäckerei mal ganz abgesehen.. Sie müssen runter von der Droge bevor Sie eine nationale Katastrophe auslösen!“

„Und, wie soll das gehen?“ „ Schocktherapie, bei Ihnen hilft nur die Überdosis Spezial Schocktherapie!“ „Mit was, Compex? Hab ich schon probiert..“ „Härter!“ „Was??“ „Viel härter, Sie werden den ganzen Sommer über im Spinningstudio eingesperrt. Kursleiter sind Hagen Bosdorf und Jürgen Emig, jeweils 8 Stunden pro Tag - jeder. Auf den Videos werden Liveübertragungen von aktuellen RTFs in vierfacher Wiederholung eingespielt und das Ganze wird mit den Originaltönen der ZDF Tourkommentatoren verschnitten.“ „Glauben Sie ich halte das durch?“ „Konditionell ja – mental kann‘s nicht schlimmer werden...“ „ Aber was ist daran so schlimm?“ „Sie schlafen nachts im Einzel- Matrazenlager! Abgedichtet wie eine Hypoxiekammer“ „Hmm, Höhentraining wie Ulle, hatte ich auch schon mal überlegt“ „Aber da wird jeden Abend der Originalgeruch der Turnhalle in Folgaria bei der TransalpChallenge 2003 eingeleitet....“

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Weitere Berichte aus der Saison 2004 gefällig?

04 - ein gutes Jahr. Wo wir waren, war immer das Ende der Spitzengruppe - oder der Anfang vom Peloton. Mehr Erzählungen von Menschen die einem irgendwie bekannt vorkommen...

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Weitere Berichte aus der Saison 2003 gefällig?

weitere 19000 kleingedruckte Zeilen Hobby Radsport Philosophie aus dem vorzüglichen 2004er Jahrgang.

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Weitere Berichte aus der Saison 2002 gefällig?

hier stehen weiter langatmige, kleingedruckte Berichte von Ereignissen in den Bikemedien, die uns in der Saison 2001/2002 interessiert haben..

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