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Alte, nicht minder lustige Berichte der Saison 01/02 !!

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Alte, nicht minder lustige Berichte der Saison 02/03 !!------

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Oktober.04 - Und niemand hatte Schuld...

Eine GENERATIONENGESCHICHTE

Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten! Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags: Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm! Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.

Wir bauten unseren Puky Rädern alles Unnötige dran und wieder ab und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass Weinmann Bremsen doch was Tolles sind. Wir kamen damit nach einigen Unfällen auch ohne klar. Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und kehrten erst nach Hause zurück, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy oder GPS dabei! Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen, Schulterblätter und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt! Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach Aufsichtspflicht.

Kannst du dich noch an „Unfälle“ erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht, Wir aßen Kekse, Brot mit Butter dick, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu fett. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten weder: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Video-spiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms oder gar Beamer von Ebay. Wir hatten Freunde. Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns,.. Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen und versuchten in Kratern Radzufahren. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus. Beim Straßen- Fußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen. Basta!

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, z.B, direkt vor Augen des Gesetzeshüters über eine rote Ampel gerollt ist, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Entdeckern mit Risikobereitschaft und charismatischen Führungspersönlichkeiten hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen.

Und wenn Du Senioren 1 oder 2 bist, gehörst Du sicher auch dazu ;-)

Herzlichen Glückwunsch!

PS.; Das mit den Helmen haben wir ja inzwischen gelernt, aber: Ist der Rest nicht Sonntags ab 12.00 an der Stadthalle nicht immer noch so??

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"Die Last des Luxus - oder Geiz ist geil" September.04

„Eingebildeter Lackaffe! Weil Du nen dicken A8 fährst, meinst wohl, du kannst Dir alles erlauben, was??!“ Unser Franz Kimovsky hatte den Puls im Entwicklungsbereich. Gerade wollte er sein Auto um 11.58 Uhr in die letzte freie Parklücke an der Stadthalle rangieren als von hinten dieser Angeber mit seiner asiatischen Tussi einfach schräg reinfuhr und auch noch frech lachte. Das reichte. Franz sprang aus seinem Skoda Octavia Kombi und stampft auf den Parkplatzgangster zu. "Hey denkst du dir gehört alles, du Yuppie Schnösel?“ Der Typ hinter der verspiegelten Oakley bleibt völlig cool und meint:“Nee, alles noch nicht – aber der Parkplatz hier mal ganz sicher..“ Franz schnappt nach Luft. Soviel Unverschämtheit hatte er seit der letzten Dienstagsrunde noch nie erlebt. „Ich scheuer Dir eine“ und da Tourenguide Rainer W. sowieso noch nicht zum verabredeten Zeitpunkt auftauchen würde schnellt seine Rechte intuitiv nach vorn. Doch der Großkotz schnappt blitzschnell nach seinem Arm und donnert ihn mit einem blitzsauberen Ichigaki aufs Kreuz. Dann beugt er sich runter und grinst. „HeyMann, du bist doch der Franz Ky..? Haben ich Dich nicht auf dem letzten Marathon in der SchneeEifel überholt?“ „Ja, hast Du schon, aber ich bin die mittlere Runde auch zu Ende gefahren“ stöhnt der Franz und erkennt erst jetzt seinen absolut meistgehassten Lieblingsgegner Miguel Öpseberg. Ohne Helm sehen die Leute ja ganz anders aus..

„M.Öpseberg! Sowas kannst nur Du bringen, Was willst Du hier beim Stadthallentreff?“ ächst Franz, unser Sparfuchs und Schnäppchenjäger vor dem Herrn. „Den Öpseberg gibt’s nicht mehr, Franz. Bin adoptiert worden. Wir heißen jetzt Miguel Lance Freiherr von Popovich - Trainingspartner nennen mich einfach Popo. Lass uns doch in der Stadthallengastronomie was trinken, die Mai Sing bleibt sowieso lieber auf befestigen Wegen und bis der Monsieur Wilberg auftaucht dauert es eh noch was..“

Popo nippt an seinem isotonischen KirRoyal. „ Tja Franz Ky. wie nochmal weiter?? Egal. So spielt das Leben, apropos Leben, seit ich adlig bin mache ich nur noch PR und Werbejobs für die Bike in München und Moab. Langweilig, aber dafür schwimm ich in Kohle. Und Du? Wolltest Du nicht Designer für Fahrradteile hier in Wuppertal werden?“ „Bin jetzt in der Automobilbranche gelandet, Ingenieur, A-Klasse – total anspruchsvoll! “, antwortet der Franz, nimmt einen Schluck von seinem stillen Wasser und fragte: “Das man in Deinen Kreisen aufs Mountainbike steigt?“ „Ich mach das erst seit es dieses unglaublich geschmackvolle Luxusmaterial gibt. Zwar ein wenig teurer, dafür eben doch eine Klasse für sich. Mein erstes Bike war ein Klein in gold-weißer Sonderlackierung“ „Blödsinn, ich fahr nur günstiges Material, zum Beispiel mein RedBull vor der Tür.“ „ Schlau, da bleibt mehr für Champagner und Spaghetti mit Kaviar übrig.“ „Man, Du nervst – teuer ist nicht gleich besser!“ „Aber sicher doch. Das ist wie ein RTF Eistee und ne Flasche 47er Dom Pevenage, vive le difference! Das einfache Volk merkt das doch gar nicht.“ „Und die Tests? In den Tests schneidet mein Material immer super ab und kostet nicht mal die Hälfte!“ „Franz Ky.., das ist der STW Wert - damit hält man die Massen der Unterprivilegierten bei der Lenkstange.“ „Nix da. Außerdem will ich nicht mehr als 300 Euro für eine Kurbel ausgeben“ „Mit Kettenblättern? Mußt Du die selbst in China abholen?“ „Frag nicht so blöd.“ „ 300 Euro, das kann doch nichts werden. Für 300 Euro im Jahr gibt’s doch andere Sportarten wie z.B ‚Nackt in der Bever schwimmen‘ oder Kicker lesen und Sonntags im Gorehemd Sportschau gucken.. Aber mal im Ernst, Franzl: Wer mehr investiert, bekommt mehr Leistung, bei allem, that‘s it. Komm. Der Wilberg ist immer noch nicht da, ich erklär Dir das..“

Popo zieht Franz zu seinem Kofferraum: „Schau mal: Mein Rahmen, meine Laufräder, die Klamotten. Zum Beispiel die Sattelstütze – aus 145 Prozent Carbon. Der Rahmen, ein Designerstück, eine Zusamenarbeit von Ernesto Colnago und Alessi. Null Verformung, dagegen ist dein Noname Scandium schlabbrig wie ein alter Gummi von Deinem Armling!“ „Blödsinn, ich hab auch Markenequipment, der Rahmen wird in derselben Fabrik wie die Fischer Räder gebaut! Und der Rest ist halt vom Vorjahr oder bei H+S gekauft.“ „ Aber F. das Paket machts, wie bei der Formel 1. Schau Dir diesen KX Hypeness Sattel an. Ein Einzelstück. Eine 39 Gramm Schönheit. Laminiert nach meinen persönlichen Körperfettwerten.“ „Pah“ „ Oder mein Schmolinsky Carbonlenker. Die oberste Lage Gewebe mit Lichtschutzfaktor 12. Da ist jeder Gewebestrang vom Chef selbst geflochten. Das ist um Klassen besser als Dein 08/15 Ritchy KCS (Korea Copy System). Schau: meine Vorbauschrauben sind aus 318 mal gefaltenem Toledostahl, und die Dämpferachsenmutter wurde von einem japanischen Samuraischwert- Meister über 4 Jahre handgeschmiedet. Sicherheit ist mir schon wichtig!“ Meine Titanschrauben bei ebay ersteigert und halten genauso gut du Angeber!“ „Allein meine 12 Bahnen Rennhose von Gucci kostet schon dreimal so viel wie Deine Gorejacke. Und wenn ich in meine Rennhose von Bruno Banani steige oder nur meine ‚Lightwhites‘ aus dem LuisVuitton Laufradtaschen raushole, scheißt Du dir doch schon in Deine Pearl Assos, oder so..“ „Was? Ich und Schiss vor einem neureichen Großmaul?“ „Klar, schließlich hab ich mit meinem Edelmaterial die Marathon Seniorenklassen auf Mauritius, Tahiti und Samoa gewonnen!“ „Und ich die Hobbywertung in Cronenberg, Salzkammergut und Priorei! Deine Schicki Micki Carboncollage macht doch nur im Kofferaum Speed!“ „Und Deine Kleinsparer- Version eines Baumarktbikes fällt doch bei Tempo 40 auseinander..“ „Ach ja? Weißt Du was, dann probieren wir’s doch mal aus. Gleich hier und jetzt. Einmal den Kindergartenanstieg hoch und zurück. Mann gegen Mann, teuer gegen billig!“ „Und der Verlierer muss zur Strafe mit handelsüblichen Puky Stützrädern durchs Burgholz weiterfahren?“ „O.K!!“

Mit deutlich aufgeblähten Hälsen und Testosteronwerten jenseits jeglicher Tour de France Gewinner sammeln sich die Beiden an der Skulptur vor der Stadthalle. Herr Wilberg ist netterweise inzwischen auch aufgetaucht und möchte mitmachen sofern Dehnpausen erlaubt sind. „Sind sie nicht! Und Sie machen jetzt hier den Schiedsrichter!“ sagt Popo im Befehlston zu einem der mittlerweile zahlreichen Zuschauer, die sich eigentlich nur die Kaninchen Ausstellung im Foyer anschauen wollen. „Würde ich gerne,“ meint der freundlich, „aber aus Ihrem Rennen wird wohl nichts werden.“ Popo ist verwundert. „Wieso das? Sind sie vom BDR??“ „Darf ich mich vorstellen“, sagt der ältere unauffällig gekleidete Herr und zückt seinen Dienstausweis. “Veitkowski, Zollfahndung. Ich hab mir vorhin mal Ihr Material genauer angesehen. Das haben Sie wohl alles in Bangkok gekauft, richtig?“ „Jaa, wieso direkt beim Hersteller“ zischt Popo peinlich berührt und nimmt den Herrn zur Seite, „das ist auf Maß gebaut und war da auch ein bißchen günstiger, sie verstehen..“ „ Ich verstehe sehr gut. Das ist alles kopiertes Zeug. Fake. Blendwerk. Nachgemacht, zwar sehr gut, aber wertlos. Verstößt gegen Patente und erfüllt den Tatbestand der Produktpiraterie – mit anderen Worten: es ist hiermit beschlagnahmt!“ „Behördenwillkür!“ schreit Popo jetzt und seinem falschen Polar geht die Nadel auf Anschlag. Franz K. dagegen lacht sich schief. „Superedles Material, exquisit, ich schmeiß mich weg, Popo. Weißt Du was, ich werde jetzt ganz gemütlich den Kindergartenanstieg hochradeln und dann wieder hier runterdroppen, dann bin ich der Gewinner, Geiz ist Geil!“ „Werden sie leider nicht!“ sagt jetzt plötzlich der Nachbar des Zollbeamten. „Hinterschleicher mein Name, Dezernat Betrug und Einbruch. Ihr gesamtes Material das bei ebay gekauft wurde ist Hehlerware, und der Rahmen fällt noch unter das Konkursgesetz, der Laden ist pleite.“ Franz Kimowsky schnappt nach Luft, dafür bog sich Popo jetzt wieder vor Lachen. “Wie peinlich, der Herr Ingenieur hat Hehlerware unterm Hintern! Sei froh das sie dich für das Dranlassen der Cantisockel nicht noch einlochen... Ich jedenfalls mach drei Kreuze in meinem Trainingsplan das ich das Ganze gefakte Zeug los bin, das bei ebay zu verkaufen war mir eh zu lästig.“

„Tschuldigung“, meldet sich da ein dritter Zuschauer, „ alles noch nicht!“ „Was ist denn noch, das Leasingauto läuft auf die Firma..“ „Nein“, meint der dritte Herr „Einwanderungsbehörde, ihre thailändische Freundin, wir haben auch sie kontrolliert.“ „Und?“ „Sie ist auch nicht echt, sie ist keine Thailänderin!“ „ Ach, das ist doch egal, die Carbonrahmen kommen doch auch alle irgendwo von da unten weg, ist doch egal ob Scott, Giant oder Merida - Korea, China oder Japan...“ Neinnein, sie verstehen nicht, Sie ist keine Thailänderin – sondern ein Thailänder!“

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Es ist Olympia und keiner geht hin.. August.04

Hitze, Großstadthektik, Sommersmog. Im Leben würde keiner auf die Idee kommen wegen der Olympischen Spiele nach Athen zu reisen. Nur um das Peloton zwölf mal an einem vorbeihuschen zu sehen, nur um auch einer Müllkippe den MTBlern zuzuschauen – oder vielleicht den Bahnsportlern unter nicht fertig gewordener Stadiondecke zuzujubeln?? Dabei ist das olympische Motto doch Dabeisein ist alles.

Aber ausgerechnet unsere allerliebsten NOK Funktionäre machen uns das jetzt vor: Alle bleiben zu Hause! Nein, nicht die Funktionäre, was glaubt Ihr denn – irgendwie müssen die Sportfördermittel doch weg! Die Athleten bleiben zuhause!! Das ist neu...

Hau weg das Zeug

Angefangen hat das im Frühjahr mit dem Hickhack um den Bahnvierer. Jens Lehmann ausgeladen, Daniel Becke unter fadenscheinigen Gründen ausgebootet. Aber irgendwie gehört diese Kungelei beim Bahnradsport ja dazu, da regt sich keiner mehr auf. Stadiondach drüber und vergessen..

SixPack

Schlimmer hat es jetzt die Offroad Fraktion erwischt. Letztes Jahr haben die heimischen Athleten bei den WorldCups alles gegeben um als einzige Nationen sowohl mit Männlein wie auch Weiblein mit der Maximalzahl von je drei Athleten anreisen zu dürfen. Und jetzt zählen wir nur fünf! Zweimal Fumic, Bresser, Kraft und Spitz. Hintergrund dieses Rechenfehlers ist mal wieder das Nominierungsverfahren: Spitz und Kraft ohne Probleme, dahinter eine Klose mit voller B-Norm und eine immer stärker werdende Göhl mit Pech und halber A-Norm. Jetzt hätte man so ein Patt ja im Vorherein bedenken und eindeutig regeln können, aber es sind ja nur alle vier Jahre olympische Sommerspiele, da vergisst manch ein Funktionär wie so ein Auswahlverfahren funktioniert. Ist ja nicht so schlimm, sind ja nur unsere Steuergelder...

Wollt ihr den endgültigen olympischen Sieg?

Am Ende knobeln sich die konzeptlosen BDR Funktionäre einen aus und schlagen Nina Göhl dem NOK vor. Eigentlich eine gute Entscheidung. So kann die junge Sportlerin schon mal Olympiasmog schnuppern und in vier Jahren dann zuschlagen. Aber nee, die Oldies vom teutschen NOK wollen nicht. Mit einer Begründung die jedem geschichtsbewandtem Biker die Sidis auszieht: Das Mädel hat keine „Endkampfchance“. Was für ein Wort! Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen „Endkampf Chance“ Ja meine Herren wovon träumt ihr denn sonst so? Wie heißen noch die Leute im Reichs-NOK? Rommel, Speer, von Richthofen? Ja sagt mal habt ihr denn voll das Rad ab. So eine Wort wird doch in jedem Forum sofort „censored“. Das haben wir direkt mal der Duden Redaktion zur Wahl des Unwort des Jahres geschickt.

Teamplay

Und was heißt eigentlich Endkampfchance? Würde das bedeuten, das Klöden und Ulle nicht zu Olympia dürften wenn Lance sich angemeldet hätte? Oder soll Ulle jetzt alleine hinfahren, die Wasserträger für die ersten Runden bleiben hier, haben doch eh keine Chance am Ende. Dabei ist eine größere Mannschaft auch im CrossCountry ein unschätzbarer Vorteil. Wer schon mal die schwarzen Jungs von Radsport Wüster bei einem NRW Cup hat zahlreich auftretenen sehen, der weiß wovon wir hier sprechen. Und mal ehrlich: wenn‘s psychologisch nicht reicht, dann kann die Göhl halt wie Montoya nach vorne schießen und der Dahle das Schaltwerk demolieren! Das ist gelebte aktive Teamhilfe aus dem Profisport! Oder einfach im Trail querstellen und ne Panne vortäuschen, das bringt bei den nachfolgenden Frauen 12 blaue Flecken und 10 Sekunden wertvollen Vorsprung für die Teamkameradin

Das ultimativ olympische LE Auswahlverfahren

Jetzt kann man sich natürlich auf den Standpunkt stellen, ist schon ok. Es war halt nicht klar wer fahren soll. Aber die Situation ist doch so: stellen wir uns mal vor der Laktatexpress würde auf einem Bolzplatz Fussball spielen (natürlich vollkommen hypothetisch, auch wenn Marbod uns schon seine Olli Kahn Torwarthandschuhe zur Fehde hingeschmissen hat). Die gegnerische Mannschaft hat sieben Leute aufgestellt, wir sind aber einer mehr. Weil sich die beiden Letzten aber nicht einigen können spielen wir lieber nur mit Sechs in der Unterzahl?? Lieber BDR, liebes NOK, im Hobbysport gibt es da ein probates Mittel: Göhl und Klose spielen Schnick Schnack Schnuck und schon ist der Fall geritzt - und Deutschland kann mit wohl verdienten sechs Cahncen auf MTB Medaillienjagd gehen.

ARD und ZDF..

Wäre doch nicht auszudenken, wenn beide schwarzrotgoldenen Mädels nen schlechten Tag oder Platten hätten? Dahle kliegt nach der ersten Runde in Führung, Paola hat das Trikot weit auf und das ZDF schaltet wegen fehlender Endkampfchance lieber live zur Siegerehrung vom Turmspringen! Wetten das wird wieder so ein Reinfall! Wie vor acht Jahren die Bilder aus dem Heli: wo die Strecke doch zu 90% unter Bäumen herging. Oder vor vier Jahren als uns die harmlose Badmintonspieler zu einer extensiven GA3 Einlage auf der Fernbedienung nötigten. Nichts gegen Gewichtheben, aber am Ende bringt uns der Verzicht des einen Startplatzes um eine wichtige "Endkampfchance" bei den Sendern. Am Ende ist der Radsport wieder zu doof sich ins Rampenlicht zu schieben, danke für die DabeiHilfe liebes NOK. Dabei gilt doch in den nächsten vier Wochen für Randsportarten wie für Hobbyathleten: „Dabeisein auf der Mattscheibe ist alles!“

Zu dem offenen Brief von Herr Schwedler an den BDR

Wer es nicht glaubt: Zu der betreffenden Meldung

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Juli.04 Tuning Report: Als die Räder laufen lernten

So eine Designpreisverleihung in Essen ist ja immer eine kulturell anspruchsvolle Veranstaltung. Aber man soll ja einen gewissen Teil Kultur pro Jahr aufnehmen. Beim obligatorische Abstecher ins Aaltotheather hat man die Gelegenheit, das Thema Kultur innerhalb von drei Stunden auf ein Jahrespensum auszugleichen. Sehr schön, jetzt kann man den Rest des Jahres trainieren ...

Was hat Design mit dem Thema Fahrrad zu tun? Hab ich mich dann auch gefragt und bin mit wachen Cyclismo Augen durch die Ausstellung gewandelt. Mal schauen was alles von der nicht sehr fit aussehenden Jury für Radteile für „Gutes Design“ gehalten werden. Als erstes springt mir ein Corratec Team Bow von 1990 ins Auge, schön mit gesprenkeltem Lack! Stimmt die 80er sind zurück. Gilt die Auszeichnung jetzt für das von Colnago geklaute zweiteilige Oberrohr? Eine Thun Kurbel aus dem gleichen Jahr rundet das Rahmenprogramm ab. Eigentlich hätt ich jetzt noch Biopacekurbeln und Invers Schalthebel hier vermutet.

Aber weiter geht’s von der ständigen in die aktuelle Ausstellung: Hier liegt rum, was im Laden schon längst nur noch über Preis verramscht wird: Mittelklasse Laufräder von Smolik, Biogrip Imitate von Ergon, und ein wahnsinnig innovativer Carbon DownhillLenker von Storck. Die Jury lobt den sinnvollen Materialeinsatz!! Und Wahnsinn, Markus Storck hat laut Juryurteil den Mittelbereich „erstmalig und innovativ“ dicker gestaltet (wußte ich gar nicht??) Und um die Proportion zu verbessern und um ein unerreichtes Gewicht Steifigkeit Verhältniss zu kreieren und und und.. Zitat: „ ein Meisterwerk des Hightec für den umweltbewußten Adrenalinjunkie“ Mir kommen die Scampis wieder hoch.

Unter den Blinden ist der Einäugige halt der König. Jeder einigermaßen radsportbewandte Normalbürger der zweimal im Jahr die Bike liest würde merken, das dieses schlecht verarbeitete Carbonfaser Zottelmonster nicht nur bockeschwer und schlecht verarbeitet ist, sondern spätestens in einem halben Jahr bei ebay für 5 Euro zu haben ist. Und wer hat den erhöhten Durchmesser erfunden? Hähh?? Die Schweizer! Genau – und wenn die nicht, dann bestimmt der Storck auch nicht.

Warum ist die Banane krumm

Und als wärs nicht genug steht ein Raum weiter auch noch das Organic Light rum. Hier faselt die Jury etwas von:“ die Faszination des Radsports in eine Skulptur gegossen..“ Das sitzt wie ein Faustschlag in die Magengegend. Mir kommt der Sekt hoch. Wieviel Wert ist jetzt eigentlich so eine Auszeichnung wenn hier solch optische Brüller rumstehen? Fluchtartig verlasse ich den Sportbereich durch die Küchenwelt und wende mich den Freizeitartikeln zu.

Mensch läuft, Rad fährt

Da steht so ein wunderbares Kleinod: ein Laufrad der Firma Puky. Ausgezeichnet mit einem stolzen RedDot. Sehr schön. Der Rahmen, sicherlich vierfach konifiziertes Stahlrohr, mindestens. Das typische Doppelrohrdesign mit verspielt umschlungener Anbindung an das 1“ Steuerrohr. Ein Downhilllenker, ultraleichte Griffe mit kultigem Puky Emblem, superleicht rollende Semislicks auf „Spengle ähnlichen“ Fünfarm Schwermetallfelgen. Der Sattel: immerhin von Selle Italia, eine Metamorphose des Flite mit hochgezogener Sattelspitze für bessere Kraftübertragung. Die Sattelstütze ala AX Lightness direkt anmontiert, hier werden alle Register des aktuellen Tuningpotentials gezogen!

Die spartanische Fußfläche erinnert zwar mehr an ein Surfbrett, ist aber innen total hohl geblasformt! Wahnsinn! Allerdings bei den Kurbeln ist der Designer da wohl ein bißchen weit gegangen – getreu dem Tuner Motto: keine Hörnchen sind die leichtesten Hörnchen gibt es überhaupt keine. Sogar das Innenlager ist weggetunt! Revolutionär! Obwohl – so innovativ nu auch nicht. Man erinnere sich an den ersten Bike Tuner der Welt: Carl Freiherr von Drais. Er tunte seinen 48 Kilo Holzbock auch so! Sonst hätt er das Ding nie vorwärts bekommen.

Aber irgendwann ist es mit dem Superleichtbau auch zuviel des Guten. Beispiel Bremse. Werden Kinder nicht so schnell oder warum fehlt die komplett? Der Geschäftsführer der Firma Puky erläutert zwar: „ Die Zielgruppe der Dreijährigen ist einfach nicht in der Lage die nötigen Handkräfte aufzubringen um eine wirkungsvolle Bremse zu betätigen, außerdem ist das Fahrzeug für den Einsatz im elterlichen Schutzraum und nicht die Strasse gedacht“ Das hilft jetzt allerdings Marbods Neffen wenig. Er wollte bei einer Laktatexpress Freitagabend Grillrunde aus Marbodschem Garten mit dem Peloton mithalten - und fuhr der Gruppe den Downhill von Sudberg zur Müngstener Brücke nach. Während vorne in der Spitzengruppe vor der scharfen Kurve zu Marta oder Avid gegriffen wurde, mußte der kleine Steppke Kinn, Stirn und Vorderzähne zum Einsatz bringen um aus kindlicher Lichtgeschwindigkeit zu entschleunigen. Peinliche Geschichte für den Designer des Laufrads der vorne im Feld persönlich das Tempo hoch gehalten hatte

Auf diesen Vorfall direkt angesprochen, versprach der GF der Firma Puky bei einer Flasche besten Rotweins, daß es ab nächstes Jahr für bergige Exportländer eine Exclusiv Version mit neuer effektiver Handbremse geben wird „weil, so einen Stuss wie der Storck machen wir nicht..“ Und so hatte der Abend dann doch noch eine tiefe radsporthistorische Bedeutung - hoffen wir nur das Sudberg in Zukunft zu den „bergigen Exportländern“ zählt

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Juni.04 - Wer einem an die Wäsche will..

Wäscherei Frauenlob

Wer das liest muß unweigerlich an diese endlos steile Rampe hinter Cronenberg denken, die anno 2003 ihre „Erstbesteigung“ erlebte. Aber wir wollen uns hier nicht weiter mit Hochprozentigem beschäftigen, sondern ein anderes Kapitel beleuchten: die Wäsche des normal gekleideten Radsportlers.

Was heißt hier eigentlich normal gekleidet? Während einige Blaujacken noch mit Mundschutz rumfahren und mimosenhafte Rennfahrer ihre empfindlichen Knie unter moltoniertem Super- Roubaix verstecken, ziehen andere härtere Gesellen schon blank! Keine Socken, Trikot armfrei mit wehenden Achselhaaren – aber Beine ordnungsgemäß porenfrei epiliert. Die Trainingslagerbräune wird demonstrativ zur Schau gestellt indem eine Hose zum Einsatz kommt, die unbefangener Passant kurzweg als Badehose bezeichnen würden.

Der rote String auf der Langstrecke

Getoppt wird das nur von dem „weltberühmten“ Triathleten der jahrelang auf Höhe der besten Mädels beim Willingen Marathon auf der mittleren Runde auftauchte. Hautenges Top und String Tanga! Superscharf! Den knackigen Hintern vergisst keiner.. Ausgerechnete am langen Wiesenanstieg taucht er damit vor einem auf: Wiegetritt, die Backen reiben aneinander. Originalkommentar von Nicole Heine zu einem Laktatexpress zeugen: „Fahr Du vor – ich hab schon die Mandeln gesehen,,“

An anderen Wäschestücken kann der aufmerksame Radsportler dagegen sehr gut gewisse Wetterphänomene erkennen vorhersagen. Da gibt es eine Person aus Lüdenscheid, wenn die ihre Gore Weste auszieht – dann sind es garantiert 35° Grad im Schatten – lass es mal 40° sein.

Ich hab Hosen für nen Dreierblock..

Aber was macht der Biker mit all seinen Klamotten? Da gibt es die eine Fraktion die vertritt die amerikanische Biker Livestyle. „One Shirt on the trail – the other tumbling: „Wie soll da meine Putzfrau bei zwei Trainingseinheiten pro Tag mit waschen nachkommen??“ wird da der ambitionierte Geheimtrainierer denken. Aber mal ehrlich, nach so einem epischen Bike Wochenende herrscht doch Großalarm in der Waschküche. Manch ein Radsport begeistertes Päärchen denkt über den dauerhaften Einsatz einer Industriewaschmaschine nach, automatisierte Heißmangel inklusive. Ansonsten heißt ist der Montag nicht nach Kettmann hinreichender Ruhetag- sondern nach Ariels Clementine: notwendiger Waschtag..

Weißer Socken Riese

Dabei hat sich die Industrie noch gar nicht dieser riesigen Marktlücke angenommen, oder habt ihr schon mal eine Werbung von Persil in der Tour gesehen? Hey ihr Werbefuzzys, wir sind Großabnehmer! Wir würden das honorieren wenn ihr mal ein paar Sponsorengelder in den Bikesport pumpen würdet. Z.B.: in die Spee RTF Lüttringhausen, Sil NRW Cup. Oder handfester: ein Megatab als Prämienwertung für den Zwischensprint oder doch ganz großes Marketing: Calgon Cyclassics, für die kalkfreie Trinkflasche oder so.

Aber mal ehrlich, haben die Chemieunternehmen überhaupt die richtigen Produkte für uns Biker? Hand aufs Herz, wer hat noch weiße Socken? Ich meine, so richtig strahlend weiße wie die Bettwäsche beim Weißen Riesen. Ja? Ok aber 95° Grad und die Bündchen ausgeleiert, wetten?

Weichspüler statt Sitzcreme

Bei den Hosen? Dasselbe Problem: leierende Beinabschlüsse und brettharte Sitzleder! Da hilft kein Knitterschutz und kein Weichspüler. Die meisten haben schon resigniert und tragen nur noch schwarze Hosen. Gibt’s eigentlich spezielles Fleckensalz gegen Kettenschmiere? Marktlücke.

Bei anderen Zeitgenossen wären wir froh, wenn sie schwarz bevorzugen würden. Kennt Ihr diese Typen mit den vom vielen Waschen hauchdünnen Vereinshosen? Meist sind die auch noch unheimlich schnell, das man bei denen im Windschatten lutscht und durch das blassgelbe Lycra sehen kann wo die Schambehaarung anfängt – egal hauptsache Windschatten und immer an den Stringtyp aus Willingen denken..

Weiße Ränder – schwarze Streifen

Andere haben es dagegen nicht so mit dem Waschen. Weiße Ränder auf schwarzem Lycra, kein seltenes Bild bei einer lockeren RTF im Sommer – aber das schon beim ersten überholten Treibholz um 8.35 Uhr?. Das riecht förmlich und sprichwörtlich nach der Hose vom vorletzten Wochenende. Und wenn der stinkende Typ dann mit dem Geruch der Verzweiflung am Fuße des ersten Berges final attackiert denkt man sich: „ Ist der so stark – oder treten die ganzen Bakterien da mit?“ Egal, Hauptsache raus aus der Mieffahne. Wer nach altem RTF Schweiß stinkt wird distanziert – gnadenlos. Sozusagen aus Notwehr! Alte RTF Knigge..

Die Schlimmsten

Vom äußeren Schein sollte man aber nicht immerauf die inneren Qualitäten seiner Mitstreiter schließen. Manch ein Zeitgenosse in schlotternden 80er Jahre Klamotten, neongrell, buntgescheckt und schon leicht angebeleicht– Ulrich Stanciu hätte seine helle Freude an ihm – komplettiert durch Turnschuhe, Riemenpedale und ultracoolen Lycra Helmüberzug – entpuppt sich als konditionsstarker Profi Triathlet, der sich durch „lockere“ Trainingswettkämpfe auf dem MTB für den nächsten Ironman in Form bringt. Da muß man dann als top- bis in die Haarspitze gestylter Laktatexpressler aufpassen, das man nicht am Ende dumm aus der brandneuen Teamwäsche schaut.

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Mai.2015 - Steuersatzreform

Wir schreiben das Jahr 2015. Längst sind wir alle konkurrenzlos in den Senioren2, Marbod plant eine Monster 50Etappen Alpenüberquerung und auch sonst ist alles beim alten. Der dicke Kohl ist seit 2 Legislaturperioden wieder Kanzler, Angela Merkel und Guido Westerwelle glücklich verheiratet und Toll Collect hat nach der LKW Schlappe ein Angebot für die total integrative Datenerfassung aller RTF Kontrollstellen unterbreitet. Unser kleiner Nachbar Österreich ist durch ein primitves Vignettensystem für alle Ötztal Marathonisti zum finanzstärksten Börsenfaktor der Welt geworden, kapp hinter der Hamburger Agentur Veith- Upsoluth. Die BRD erobert dagegen mit deutscher Gründlichkeit sukzessive den letzten Platz in der globalen Schuldenliste. In dieser verzweifelten Lage entschließt sich die Regierung – nach einer saftigen Diätenerhöhung – drastische Sparmaßnahmen zu ergreifen

Der Kontrollfahrer?

Beim Radfahren kann man solche Dinge zum Glück wunderbar vergessen, und so fuhr ich mit den lieben Kollegen locker und flach bei einer RTF mit. Und da man für 4 Punkte im Jahr 2015 immerhin schon 350 Km strampeln muss, steuerten wir von Wipperfürth zielstrebig die bayrische Grenze an. Und siehe da, knapp hinter der 16ten Talsperre pulverisieren wir das Treibholz wie in alten Tagen. Nur dieser ältere rüstige Herr will uns nicht vom Hinterrad weichen, hartnäckig stellt er uns nach: silbernes Haar, neongelbes Trikot, blauweiß karierte Socken und guckt verdammt grimmig. Sieht verdächtig nach einem BDR Kontrollfahrer aus, ich lass mich ans Ende der Spitzengruppe zurückfallen um mich mal um den Kerl zu kümmern.

Rechenexempel

„Ist das Ihre Gruppe?“ fragt er, und ich bejahe stolz. „Mein Name ist Steuber, Edwin Steuber mit ‚eu‘, ich bin Steuersatzbeauftragter und Kontrolleur des Sonderfinantamtes Freizeit und Sport! Da sind –äh keine Steuervignetten, die müssen seit zwei Wochen an Rahmen und Gabel kleben!“ „Wie bitte?“ Ich komme etwas aus dem Tritt, „wofür den das?“ „Nun ja, Radfahren ist als laktatanhäufende Sportart deklariert, da muss ihr Material steuertechnisch erfasst werden, danach richten sich ihre Abgaben.“ „Welche Abgaben?“ Inzwischen haben alle aus der Gruppe das Tempo rausgenommen und wir gondeln in Dreierreihe um den alten Hernn herum und lauschen ihm. „Erzählen Sie mir jetzt bitte nicht äh, sie wüßten nichts von der neuen Steuersatzgesetzgebung hinsichtlich des Rad Touristik Sports. Stand doch in der Prisma und der Tour!“ „Nö, keine leiseste Ahnung“ „Tja, aber sie liegen ja noch alle in der Frist. Dann wollen wir mal Ihre Daten aufnehmen.“ Er zückt ein Formular aus der Trikottasche und fängt an zu fragen. Als erster ist Markus dran: „Aah –äh, ein Klein! Rahmengröße 58?“ „ 56, ungeslopt“ antwortet Markus brüskiert. „Ah, Pech. Da sind sie gerade in die Bemessungsklasse äh – 3 abgerutscht, ab 57 bezahlen sie 15 Prozent des Neupreises pro Jahr – äh, Listenpreis unverhandelt, also nix H&S und so! Die Sattelstütze ist 27,2?“ „Hmm,“ „aber ohne Jochbeinklemmung, da zahlen sie 25 Euro p.a. Rückstellungsabgabe. Nun mal zur Schaltung. Bis 22 Zähne vorne fällt keine Steuer an – das ist doch mal was. Aber bei Ihnen zähle ich vorne 52 - 39 = 13 und hinten 25 –11= 14, das macht bei einer angenommenen Kurbellänge von 17,5cm –äh, 318,50 Euro Vortriebssteuer“ Markus ist voll von den Socken, als der alte Herr ihm vorschlägt steuerlich doch auch mal was zu sparengreift er langsam hinten an seinen Camelback. Aber der Edwin erzählt munter weiter und verweist auf Eberhardt: „Machen sie es doch so wie der Fahrer, der spart 0,7!“ „Was ist 0,7?“ „ Der Spaßfaktor! Kein Spacer, negativer Vorbau, das macht in dem Alter pro Zentimeter Überhöhung satte 0,1 Punkte.“ „Sagen Sie mal“, frage ich, „ist das ihr Ernst? Was blechen denn dann zum Beispiel Mountainbiker?“ „Da greift die Federwegs äh- Längensteuer, mit –äh, Progressionsvorbehalt bei Luftdämpfung und Spassfaktor 10 bei SPV oder ProPedal und so nem Zeug. Wir wollen hier doch niemanden –äh übervorteilen, nicht wahr?“ Das beruhigt mich beim Gedanken an die heimische Garage wenig.

Grober Unfug

„Sonst haben sie nichts mehr anzumelden?“ „Neinnein“ log ich und gnädig überreichte mir der Kontrolleur einen Durchschlag, klebt während der Fahrt behend die Vignette auf Rahmen und Gabel und kassiert stante pede 35 Euro Bearbeitungsgebühr. Anschleißend kramt er etwas aus seiner Trikottasche. „Da, diese Radsport- Steuersatzerklärung müssen Sie für all Ihre Räder in zehn Tagen unter Aufzählung aller Komponenten bei ihrem FA –äh vorlegen. Vielen Dank für den Windschatten und auf Wiedersehen.“ „Muss nicht sein“ erwidert Uwe Kappel der nach wie vor versucht durch dauernde Führungsarbeit nicht vom Kontrolleur erkannt zu werden. „Sag mal Chef“ fragt Verena leicht angesäuert, „wie sieht‘s eigentlich steuerlich mit Liegeradlern aus?“ „Liegeradler zahlen nichts“ „Was, wieso nichts??“ „Weil Liegeradeln als öffentlicher Unfug eingestuft wurde und seit 1.1. dieses Jahres –äh nur noch auf Gehsteigen und unter 14 Jahren erlaubt ist.“ Na endlich mal eine gute Nachricht.

Tips und Tricks

Aber die Luft ist raus, wir rollern nur noch rum und schauen verdattert auf unsere Formulare, die wir auf unsere Vorbauten geklebt haben. Die Regeln für Radsport hatten sich seit 2004 so unkontrolliert vermehrt (angefangen hatte das mit der Reglementierung für 28 Zöller bei MTB Rennen), da blickte keiner mehr durch. Ich stand dem Fiskus inzwischen vollkommen hilflos entgegen und wimmerte um Hilfe: „Herr Steuber! Können sie mir nicht ein wenig helfen?“ „Äh, gerne, lassen sie mich mal sehen“ Und so fing er an..

Also zunächst ist da die Grundlagensteuer, der Eingangsteuersatz bei 28,8 km/h, Was fahren sie so?“ „Naja, so am liebsten über 30 aufwärts.“ „Aha –äh. Da haben sie einen Freibetrag bis 28,7. Drüber wird versteuert mit 20 Prozent pro km/h.“ „Ach“ „Fahren sie in der Gruppe?“ „Öh, ja - wieso?“ „Windschattennutzung muss angemeldet werden und kostet extra. Haben sie bergige Strecken in ihrem Heimatrevier?“ „Ja, die Oberbergische, 200 Höhenmeter, praktisch vor der Haustür!“ „Das ist gut, da bekommen Sie Schwellenzulage und Muskelaufbaugeld, vorrausgesetzt sie löten Ihre Rahmen selbst... aber äh- das machen sie sicher nicht. Sie wohnen doch da irgendwo im Ruhrgebiet?“ „Bergisch Land bitte sehr!“ „Ach so, äh – schade, wenn sie zum Beispiel aus Herne kämen, würden sie pro Radtour zwei halben Bananen bezuschusst. Sie fahren aber hauptsächlich RTF?“ „Nein auch Rennen!“ „Ah –äh, da greift dann noch die Rennbelastungssteuer für alle Marathonrunden, die sie im Uhrzeigersinn drehen. Gegen wäre frei...“ „Ich fahre immer praktisch nur rechtsherum“ „Sehr gut. Absetzen können sie übrigens auch alle Ruhetage, verpasste Radtouren wegen Regen, SOG Sport Anmeldegebühren, Clubbeiträge und Beteiligungen an Trainingscamps im Ausland.“ „Hab ich dies Jahr nicht“ „ Die Funsteuer fällt bei ihnen sowieso weg, ihr Oberrohr ist ja länger als 60 Zentimeter und außerdem ist ihnen doch die Erschwernisszulage für Carbonsättel bekannt?“

Der Kachel - Kandidat

„Wo sie gerade bekannt sagen, sie kommen mir auch bekannt vor, ich kenne Sie doch..“ sagte ich und beäugte den Steuerfuchs genauer. Der legt den Kopf zur Seite und gesteht: „Ja guut, sie haben‘s erraten. Ich bin’s der Edmund, Edmund Stoiber. Ich nutze nur das Pseudonym Edwin und Steuber mit ‚eu‘ wie Steuersatz. Das klingt netter und so kann ich äh – unerkannt an der Radsportbasis recherchieren.“ „Und wozu?“ „Mit diesem Wissen aus äh -14000 Grundlagenkilometern schnüre ich ein revolutionäres Programm der Spitzensteuersätze, mit dem gewinne ich sicher die nächste Wahl.“ „Ach ja, und was wird neu?“ „Alles wird einfacher, äh- nach und nach der Ausstieg aus der Radwegepflicht, Strafen für Rote Ampeln überfahren entfallen und Stopschilder sind nur noch Gebote. Der teilnehmerstärkste Verein fährt ein Jahr steuerfrei und äh- Vereinsmeistertitel werden wie Kindergeld abgegolten.“ „Das ist ja toll, Wahnsinn! Wann willst du gegen den dicken Kohl kandidieren? Wir wählen dich alle, wir gründen sogar eine Windschattenlobby dafür“ „Ach was – äh, Kohl- äh Regierung interessiert mich nicht, äh- ich mach jetzt groß in Kacheln! Ich will 2016 Nachfolger von Klaus Winkelsträter werden...“

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April.04 Halali - der Besuch beim Klassenfeind..

Der Winter war eine Zeit für Alternativsportarten. Unspezifische Bewegungsabläufe sollten geschult werden, neue Reize gesetzt und vorhandene Schwächen ausgemerzt. Aus diesem Grund sagte ich nicht nein, als mich ein ehemaliger Schulfreund vor Monaten zu einem Treffen mit sein Sportkollegen einlud. Der Typ war schon immer etwas komisch gewesen, aber was soll's. Immerhin hatte er es zum Rechtsanwalt geschafft und fuhr Mercedes.

Im Frühtau zu Berge

So kam es, das wir uns eines Morgens um halb Fünf irgendwo auf einer Lichtung im Wald nahe Halver trafen. Flugs kleidete er mich mit den in diesem Sport üblichen Klamotten ein. Ich kam mir zwar wie eine Mischung aus Vogelscheuche und Altkleidersack vor, aber grün ist in und die Hoffnung. Gut gerüstet ging's zum Treffpunkt mit den anderen Sportkameraden. Zur lustigen Begrüßung stellen sich vier von denen auch sofort in Reihe auf und machen Atemübungen mit so einer Art Horn, wie man sie manchmal von Kinderfahrrädern kennt- sehr schön. Anschließend verkündet der Oberguru der durchweg sehr beleibten Sportsfreunde das Thema des Tages: "Treibjagd!" "Super", denke ich, "das kenn ich, jetzt rennen wir durch den Wald bis einer nach dem anderen hinten rausfällt.."

Ich will gerade schon in die Tiefstartstellung gehen, da drückt mir der Oberförster so ein Ding in die Hand, so was hab ich seit der Bundeswehr nicht mehr gesehen. "So etwas schon mal benutzt?" schnalzt es mir entgegen. Ich kann mir das reflexartige "Jawohl Herr Major!!" gerade noch verkneifen. Kein Waffenschein, kein nix aber jetzt ne Schrotflinte in der Hand. Langsam macht sich ein mulmiges Gefühl breit und ich überlege ob das Ding nicht besser abgesägt wäre. Durch den größeren Streuwinkel würd ich wenigstens was treffen. Aber ich unterlasse eine genauere Untersuchung des kalten Stahls, das Ding sieht schon geladen aus..

Paintball Wizard

Dann erklärt de nette Herr mit dem Gamsbart am Hut noch einige Details des heutigen Spieles. Alles was ich verstehe ist, daß das so eine Art Gotcha ist. Nur das der Gegner von den Regeln noch nicht Bescheid weiß, unheimlich gut getarnt ist und quasi in seinem Bestand darauf angewiesen ist das wir jetzt mit ihm spielen. Also so eine Art 12.00 Uhr Stadthallentreff mit Fliege.

Dann kommt das entscheidende Kommando das mich aufhorchen lässt: "Wir gehen jetzt in Anschlag" - Schwelle - Anschlag?! Wirklich? Endlich etwas von dem ich Ahnung hab. Ist ganz hier in der Nähe hier, denk ich mir und sage: "Wir setzen uns jetzt alle in den offenen Jeep, rasen über die Landstraße und ballern wie wild auf die Ortsschilder! Das machen wir jeden Sonntag - nur ohne Flinte" Irgendwie guckt mein Schulkamerad leicht indigniert als hätte ich ne gelbe Regenjacke und graue Socken an. Ich glaub, er wünscht sich insgeheim, er wär im ersten Schuljahr sitzengeblieben.

Die Flinte im Kornfeld

Dafür gibt es anschließend Offroad Action pur: Wir setzen uns alle artig in grüne Mercedes Geländewagen und fahren an einer Schranke vorbei so tief in den Wald, bis ein Möchtegern Walter Röhrl fast im Naturschutzgebiet steckenbleibt. Hier werden wir wiederum vom Oberaufseher in Zweiergruppen aufgeteilt. Mein Schulfreund mag anscheinend nicht mehr mit mir spielen, deswegen bekomme ich Hans, den Gesichtsältesten zugeteilt. Mit ihm stapfe ich eine halbe Stunde lang über feinste Singletrails zu einem Baum an dem eine Leiter steht. "Das ist unser Anschlag" meint Hans zu dem Ding was aussieht wie ein Öko-Pissior von ToiToiToi auf Stelzen. Naja, immerhin überdacht. Wir klettern hoch und setzen uns schweigend auf den Donnerbalken. Es riecht muffig und ist schweinekalt. Vor uns ein Schlitz durch den man hinausspähen und eine vom Rauhreif überzogene nette kleine Wiese sehen kann. Wie ein Fußball Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft: nix passiert. Hach, was ist der Rasen schön grün..

Hans zischt mir inzwischen leiser als Herbert Watterott seine Prognose unseres heutigen Spiels zu: Von links kommt Schwarzwild aus der Deckung während Rotwild gerne vorne rechts mal im Abseits steht. Ich hänge schon mal mein Kaliber aus dem Schlitz und hähe und spähe über Kimme und Korn. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die friedliche Atmosphere in ein güldenes Licht. Der Jagdsport beginnt mir zu gefallen, so etwas für Ruhetage, hätte mal besser meinen Compex mitgebracht.

Rotwilds 2005er Erlkönig

Da taucht, ganz nach Hans Vorhersage, ein schöner Hirsch von rechts in meinem Blickfeld auf. Ich schau in mir durch das Zielfernrohr einmal genauer an. Wußte gar nicht, das die von Rotwild Räder mit so vielen Hörnchen bauen? Satte zwölf Stück am Lenker der Kerl, Wahnsinn. Bevor ich seh ob's ein Fully ist wird's unruhig im Schießstand. Hans will unbedingt mit seiner Flinte auf meine Seite rüber und sich auch mal den Hirsch angucken. Aber zwei Flinten auf einer Seite gehen nicht, der kleine Mann mit dem Trachtenlook verzweifelt fast, murmelt etwas von kapitaler Bock und Blattschuss "Drück endlich ab!" faucht er leise und fügt dann fast weinend hinzu: " oder mach ihm wenigstens 'ne Delle ins Oberrohr!"

Aber dazu kommt es nicht mehr, denn plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: über den schönen Singletrail in der Bildmitte kommen neue Spieler aufs Feld. Es nähern sich eine orange Jacke und mehrere leuchtend gelb weiße Trikots. Der mit dem knarzenden blauweißes Fully ruft den anderen irgendwas von einer neuen Abkürzung zur Bever hinterher. Der Hirsch entschwindet mit großen Sprüngen im Wald und die Biker rauschen direkt unter dem Hochsitz durch. Nur ab und zu ist noch eine sich entfernende schleifende Scheibenbremse zu hören - ab da ist still auf unserem Hochstand, kein Rotwild - kein Schwarzwild. Nur grüne Wiese, ein lustig vor der Schießscharte herumtaumelnder Schmetterling. Hach, was ist der Rasen schön grün - und über den Gipfeln ist Ruh..

Es geht doch immer nur um eins: die Strecke..

Nach mehreren weiteren Stunden Testbildschirm bricht der Hans unsere Treibjagd ab. Wir gehen aus dem Anschlag - und der Puls war noch nicht mal im GA1 Bereich - wie mir mein vorsorglich umgeschnallter Polar verkündet. Er erklärt mir sachkundig die weiteren Gepflogenheiten dieser sonderlichen Randsportart. "Jetzt geht's drum die Strecke zu vergleichen" "Hmmm, Strecke vergleichen, das kenn ich auch, ohne dreißiger Schnitt oder 8000 Kilometer im Jahr brauchst Du bei ner RTF auch nicht auftauchen" Und dann sag ich " Hans" sag ich " da müssen wir jetzt was tun, mit Null Kilometer dürfen wir da nicht aufschlagen!"

Auf der Lichtung treffen wir die anderen Sportsgefährten wieder. Mein Schulkollege hat satte Null Kilometer Strecke und murmelt irgendwas von "Scheiß Biker" Anscheinend hat er irgendwo Motorradfahrer getroffen?! Die anderen haben fleißig irgendwelche Kadaver liebevoll ausgenommen und auf ein grünes Bett aus frischen Tannenzweigen gebettet. Da liegen unschuldige Rehe, ganze Keilerfamilien, schöne Fasane und was das Biotop sonst noch hergab. Auffälliger weise keine Hunde, Katzen und Igel - den Rest müssen die Förster wohl immer vom Straßenrand weg sammeln. Aber von Kilometer braucht hier keiner sprechen, läppische acht Meter hat der Beste mit der Keilerfamilie hinbekommen und jetzt kommen wir! Erst hatte Hans sich noch geweigert, aber dann hat ihn seine Jägerehre bei der Verlockung eines Schnittes der Spitzengruppe schweigen lassen. Stolz zerre ich aus dem Gebüsch, was ich schnell noch von Bauer Jonas Weide geschossen habe und verkünde nicht ohne Stolz: "Paff, das ist erst der Anfang, paff paff paff - da liegen noch mehr auf der Weide - 14 Kühe! Mehr Patronen habt ihr mir nicht mitgegeben - macht geschätzt 126 Meter. Bin ich jetzt Erster?"

Finale unterm Teufelslappen

Ok. Pures Anfängerglück hab ich gedacht, wie beim Golfen der erste Schlag. Laut Reglement gibts sogar EU Prämien wie beim Zwischensprint dazu! Spitzengruppe, Punktsieger und wenn man die Kühe übereinanderlegt sogar das Bergpreistrikot! Grandios, ein Monument! Aber irgendwie haben sich die Grünröcke wie schlechte Verlierer benommen: Ich durfte nicht mehr Mercedes fahren und mußte alleine zu Fuß nach Hause gehen. Das Gewehr haben Sie mir auch wieder abgenommen und bei Bauer Jonas darf ich gar nicht mehr vorbeischauen - von meinem Schulfreund ganz zu schweigen.

Positiver Transformationsprozeß von Ausgleichssportarten

Aber egal - ich werde halt nächstes Wochenende mit Hans biken gehen. Der ist zwar nicht der Schnellste, aber er sagt er kennt da ein paar richtig geile Trails - es wird wieder Zeit für spezifische Trainingsreize.

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März.04 - Rivalen der Rennfahrer

So kann‘s einem gehen, da rollt man so in GA1 Trance durch die Ebene – und plötzlich rast da einer an einem vorbei. Pulsschock, Schaltwerkrasseln, es nützt nix, der rettende Windschatten rückt in weite Ferne – da bleibt nur das Nachsehen..

So ungefähr muss es den Redakteuren der Zeitschrift „Tour“ gegangen sein als sie davon hörten, daß es ein zweites großes Radsportmagazin in Deutschland geben soll das sich um die Freunde des langen Asphaltbandes kümmern sollte. Der nüchterne Betrachter der literarischen Szene zwischen Drabender Höhe und Walltrop mag heimlich „Ja endlich“ gerufen haben. Und so sehen wir es als immerwährende neutrale Instanz angemessen an den ersten Vergleichstest der beiden Zeitschriften zu liefern:

Der Vergleich: Pro Cycling Contra Tour

Von außen sehen sich die Zeitschriften erstmals relativ gleich, während Tour gerne den Radsportler in seiner Gesamtheit (in der Kurve nach links fahrend) zeigt geht Procycling direkt in die Nahaufnahme. Ulle frontal im Anschnitt. Die Gala hätte es nicht besser gemacht! Insgesamt dann auch der Tenor im Heft. Der Höhepunkt ist die Tour! Nicht das Konkurrenzblatt, sondern unser aller Kampf von Ulle gegen Lance auf den heißen Landstrassen Frankreichs. Das hält mich spontan davon ab ein Abo zu buchen, weil die Tour ist im Juli vorbei, erstmal schauen was danach kommt.. Aber insgesamt halten die Macher von ProCycling voll drauf. Da wird das geheimste Seelenleben von finnischen Jungprofis die 2020 aus der U23 Klasse kommen dargestellt.

53/11 statt Dreifachkettenblatt

Die Berichte von Ex und Neuprofis mitten aus dem Peloton sind ohne Zweifel gut gemacht. Sehr nah, aber auf gewisse Weise auch von dem was der durchschnittliche Leser macht so unheimlich fern. Das die Gazette in anderen Dimensionen denkt, zeigen kleine Details: der Reisebericht von ProCycling gibt zum Beispiel als „gute Übersetzung“ für die steilen Strassen Mittelitaliens 42/21 vor! Und der Berichterstatter ziert sich auch noch die höchste Übersetzung zu fahren. Mit dem Tip würde die Zeitschrift „Tour“ ihre Leser noch nicht mal nach Holland oder Herne reisen lassen! Das würde geharnischte Leserbriefe und unbezahlbare Schmerzensgeld Forderungen geben.

Biene Maja

Aber hat die neue Zeitschrift überhaupt eine Verbindung zum normalen Radler? Kein amüsantes Spiegelbild a la Brägel, keine packenden RTF Berichte. Doch! Weiter hinten im Heft, unter der Rubrik Technik und Test. Da kommt plötzlich und unvermittelt der sympatische Marcel Wüst daher. Er testet ein schönes Rad, ein Profirad, aber.. Was hat der Kerl da nur für Klamotten an? Der sieht ja aus wie Willi von Biene Maja in Goretex Exstase! Mit so einer gelbschwarzen Pracht toppt er ja noch die Regen Garderobe eines jeden RTF Veterans. Meine Güte, das Time sähe so schön aus...bitte Marcel, trag demnächst lieber Deine alten Festina Trikots auf.

Dem Redakteur ist nichts zu schwör..

Überhaupt das Thema Technik und Materialtips: Hier ist Procycling sehr einfach und direkt. Nur wer eine Anzeige schaltet bekommt einen redaktionellen Bericht für sein Produkt, zack! Während man bei der „tour“ wissen muss welcher Hersteller seit zwei Jahren die Rückseite bucht (ewig in der Redaktionsstube rumhängt oder verlässlich neue Teile für lau überlässt) um den wahren Testsieger zu ermitteln, ist das bei der Neuerscheinung einfach prägnant und eigentlich für jeden Leser nachvollziehbar. Wie ein berühmter Zeitgenosse schon bemerkte: „Wenn ein Teil der letzte Schrott ist, dann schreibe ich auch, dass es der letzte Schrott ist. Denn wenn ich schreiben würde, dass es zwar nicht "super", aber "annehmbar" ist, dann wäre ich Test-Redakteur.“

Aber wir lieben den Brägel doch so sehr

Dabei wären wir zurück bei der Frage: für wen ist diese neue aus dem englischen übersetzte Zeitschrift? Fakt ist: "tour" und ProCycling haben komplett unterschiedliche Leserschaften! Die Tour wendet sich an ambitionierte Radsportler die mit einbezogen werden wollen, die denken „ich bin in der Spitzengruppe, wenn mich schon jemand überholt, sehe ich ihn in der nächsten Woche im Peloton des Giro d’Italia auf der Mattscheibe..“, gewaltige Leserbriefe schreiben, einen Trainingsplan zum drüber reden, und Brägel als allgegenwärtiges Spiegelbild.

ProCycling ist was für Insider des professionellen Radsportpelotons, eine Teilnahme an der Spanien Rundfahrt fast schon Pflicht zur Erstlektüre. Da kann man dann schon locker sagen: „Rasmussen? Mit dem bin ich doch schon auf dem Schulhof um die Wette gefahren, schau an der ist mal Weltmeister bei den Mountainbikern gewesen...“ Oder eben genau das Gegenteil! Procycling gibt einen schönen Einblick in die Welt des wirklich professionellen Radsports, mit geschärftem, nüchternem Blick auf die Wasserträger – mit Motivation unterstützenden Reportagen von jungen Talenten und natürlich glamourösen Berichten der absoluten Topstars.

Nix für Bimbacher

Dabei wären wir zurück bei der Frage: für wen ist diese neue aus dem englischen übersetzte Zeitschrift? ProCycling ist definitiv nichts für die elf RTF Brüder von Bimbach! Und wahrscheinlich auch ziemlich abtörnend für semiprofessionelle Träumer, denen ein schnellerer Fahrer auf einer RTF sofort wie ein oben beschriebener mit EPO vollgedröhnter polnischer Vollprofi vorkommt. Procycling ist was für Leute die akzeptieren, das es etwa 10000 bessere Radler auf der Welt gibt als man selbst. Und von den besten 1000 dieser 10000 berichtet diese Zeitschrift. Bleibt zu hoffen, daß es dann doch etwas mehr Leser werden, denn sonst stehen wir nach der Tour wieder nur mit der „tour“ da. Wo doch der altgediente Platzhirsch gerade seine Struktur ein wenig ändert und versucht dem Emporkömmling nachzueifern.

Schön wär‘s für uns Leser: Hey "tour" Redakteure!! Pulsschock, Schaltwerk rasseln und ab in den Windschatten - da ist gerade eine professionelle Zeitschrift an Euch vorbei gerauscht!

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Februar.04 - Eating Iron

Jetzt, wo die Sonne langsam das Bergische Land erwärmt, der Tour Trainingsplan schon auf dem Klo vergammelt, wird es langsam Zeit ein wenig Saft in die Muckis zu pumpen. Und wo geht das nicht besser als in einem Fitneßstudio. Da kann jeder die muskulären Grundlagen für‘s Biken legen und nebenbei auch noch grundsätzliche Erfahrungen im Umgang mit Randgruppen aus anderen Bevölkerungsschichten sammeln. Wer nicht zum Apresski nach Sölden fährt muß halt anderweitig Akzente setzen..

Türkischer Basar

Also rein in die Muckibude und gezielt die Männerumkleide angesteuert. Die Tür geht auf, und es fallen einem direkt diese „Astralkörper“ auf: Käsige Monsterwanzen schieben ihre Adiletten Richtung Dusche, pubertierende Hänflinge posen verstohlen vor überdimensionalen Spiegeln und ein Steptanz- Nationalteam Mitglied verlässt ungeduscht (!!)die Bildfläche richtung Disko - Doppelpfui.

Ein stilles Plätzchen gesucht und einen Spind gesichert. Direkt nebenan überlegen ein paar Adipositas gefährdete Jugendliche, in welcher Körperfalte sie ihr neues MMS Handy in die Sauna schmuppeln können.

Auch immer gerne genommen: der Handyposer! Erstmal minutenlanges penetrantes „Ruf mich an“ Geklingel, das nur vom Nokia Originalsound im Spind nebenan übertönt wird. Dann ein aus der Dusche eilender Vollathlet, der in aller Öffentlichkeit sein Privatleben diskutiert: Ja, die Freundin ist weg. Ok. Ja. Alimente sind scheiße, wegen der Kinder, verständlich. Ja, die Frau macht auch Stress, ach die andere auch? Na gut, ach ja, und heute abend wieder auf die Rolle. Na, dann viel Glück beim nächsten Mal..

WarmUp

Also schnell in die Hose geschlüpft und raus aus dem Gaybereich. Zum Aufwärmen stehen verschiedene Geräte zur Auswahl. Als gestandener Biker hat man die Auswahl zwischen immer belegten Lauf- oder besser gesagt Walkingbändern und Heimtrainern mit gen Himmel ragenden Kerzen-Sofasätteln, zu kurzen Kurbeln. Die „Ich muß Abnehmen“ Hausfrauen die bei 35er Trittfrequenz in der „Gala“ blättern ersticken fast in ihrer Parfümwolke.. Als einziger Ausweg bleibt da nur der kniescheibenzermarternde Elliptical Bodyshaper mit Pseudo Skilanglauf- Nordic - Feeling.

Immer locker und flach..

Nach drei Minuten ausgiebiger, freudbetonter und vollkommen ausreichender Aufwärmphase geht’s an die Eisenstangen. Lustig, die Geräte für die untere Körperpartie sind immer frei. Also ran an die Maschine und pumpen was das Zeug hält.

Es bleibt dabei nicht aus - wenn das Studio sehr voll ist - das man sich Oberkörper-Geräte teilen muss. Wenn man an den falschen Partner gerät, muss man das „Pinnchen“ erniedrigend weit oben wieder einstöpseln. Was soll‘s, „Er“ sieht aus wie ein aufgepumpter Luftballon - und zuviel Oberkörpermuskulatur ist sowieso schlecht für das Renntempo. Aber wehe der Muskelprotz folgt einem dann an die Beinpresse. Gotcha! Da gibt’s dann einen auf die Mütze. 157 Kilo – 20 Wiederholungen. Der Quadrizepskönig schaut erst gar nicht hin und schwingt sich in die Sitzschale. Beim ersten Anreißen quillt die Kniescheibe hervor und die Augen werden glasig. Bei 10 ist Schluss. Wechsel. 181 – 15 Wiederholungen stehen auf dem Panel. Mister Latissimus Dorsi will sein Gesicht nicht verlieren und kontert. 189! Bei Dreieinhalb ist seine Anstrengung durch lautes Gestöhne dokumentiert. Bei Fünf schaut das halbe Studio zu, weil das Gewicht mit Überschall in die Federn knallt. Wechsel, jetzt kommt die Rache der Oberbergischen! 195 bei 12 Wiederholungen – wir wollen ja keinen zu starken Muskelzuwachs, sondern nur Ausdauer;-) Inzwischen hat sich die überaus attraktive Trainerin zu unserem Mr. Schwarzenegger gesellt. Er zieht die letzte mögliche Stufe: 207! Da ist ein Wort - eher gesagt ein Urschrei. Eins, naja ein- halb, aber das lassen wir mal gelten. Er kriecht auf Oberarmen aus dem Gerät. Wechsel. Bei 10 Wiederholungen wird die Luft dünn, aber die Bewegung sieht noch flüssig aus. Und immer schön den Mund zulassen - fast wie bei einer RTF..

Erkan und Stefan

Nach diesem kleinen Oberschenkel Shootout ist mal wieder ein Gerät in der PolePosition an der Reihe. Direkt nebenan lungern zwei Typen a’la Erkan und Stefan. Erkan sitzt relaxed im Chickenwatch Thron. Stefan schnappt sich die Adelholzener Sauerstoffwasser- Flasche vom Partner. Schüttelt sie erst einmal kräftig durch, lässt den Überdruck entweichen und zieht auf Ex leer. Erkan fallen vor Schreck die drei Platten in den Stapel und seine Arme gehen in die „Jesus am Kreuz“ Haltung. „ Ey, man ey, das war voll cool Sauerstoffwasser. Fördert die Rekombination und ist gut für eh – weißt schon eh! Und du machst alles raus ey..“ Stefan guckt ihn an „ Ey, so was wie Anabolika, hey cool ey, aber ich hab Kohlensäure rausgemacht, sonst muß ich immer an der Hantelbank, wenn der Hintern so hoch ist, Du weißt schon, eh..“ Erkan verzieht die Nase und versteht..

The Smell of Winter

Nach soviel Menschenkunde geht’s noch für 30 Sekunden auf die Stretchmatte, den Fitneßschnittchen zugeschaut, die vom Spinning kommen (aber das ist ein anderes Monatsthema) und dann wieder ab in die Umkleide. Und da ist er wieder, der Geruch der einen an Skiurlaub und Sölden erinnert – nur das hier keiner Skischuhe zum Trocknen aufgestellt hat?!

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Januar.04 - Der Blick in die Weltcup Cristall Kugel

Früher ging man einfach zum Orakel nach Delphi, heute liest man den Tour Trainingsplan – bis dann das erste Rennen, der zweite Berg bei irgendweiner RTF jäh alle Illusion zerschmettert. Wir sind dies Jahr einen anderen, innovativeren Weg gegangen und haben die Grand Dame der velosophischen Weissagung: Frau Elisabeth Virenque-Tessier gebeten, uns einmal die Kettenblätter zu legen um einen flüchtigen Blick in unsere ungewisse sportliche Zukunft zu erhaschen.

Hier die Radsport Sternzeichen Vorhersage 2004:

Cross Country Racer

Das Jahr stehen gewaltige Einbußen ins Haus: weder im NRW Cup noch in der hessischen Bike Challenge sind Cross Country Rennen für Hobbyfahrer geplant. Wohl oder übel mußt Du Dir wohl Dein Laktat auf langweiligen Marathon Highways um die Ohren schlagen. Das einzig interessante Rennen für Hobbysportler scheint die hitzige Olympiade in Athen zu werden: Mit Paola Pezzo und ihren traditionell gut belüfteten Trikots wird es wieder eine Augenweide werden. Da können wir alle vor den Fernsehern nur hoffen das der Programmchef nicht zeitgleich Wasserballet oder PingPong im Aszendenten hat.

RTF Crack

Die Saison 2004 wird wechselhaft. Ich sehe viele durchfahrene Kontrollstellen und rote Ampeln! Gelbe Windjacken, graue Socken und Räder mit Schutzblech sind untrügliche Vorboten eines sich abzeichnenden Übertrainings. Aber es wird auch genüßliche Momente mit Aldi Zitronentee und Eierwaffeln geben. Tip: unbedingt eine Sahne Sprühdose mitnehmen. Ungemach droht allerdings wenn von hinten ein paar gelb/weiße Trikots nahen.

Kriteriumsspezialist

Dies Jahr geht es rund! Ob Bahn oder viermal ums Eck: Hauptsache das Rennen ist nicht länger als 55 Minuten. Die fehlenden Anstiege garantieren ein Ankommen in der Spitzengruppe - und wenn nicht - es ist immer der Vordermann schuld, der die Lücke nicht zugefahren hat. Nehmen sie sich in acht vor längeren Ausfahrten. Es könnte passieren das Keiner Ihren Endspurt am letzten Ortsschild sieht - weil alle schon mit der Spitzengruppe bei der RTF Wurst im Ziel sitzen.

Marathonisti

2004 wird ein Jahr des Überangebots, jedes Wochenende locken neue, schöne Events. Doch Vorsicht: Sie müssen höllisch aufpassen, daß Sie nicht in den SOG geraten. 45 Euro für einen Waschlappen mit Werbung drauf plus einmal Verfahren sind kein Schnäppchen. Gut gewappnet sollten Sie auch auf die langen Runden gehen. Absperrbänder und Hinweise auf die richtige Streckenführung sind auch im nächsten Jahr nicht immer garantiert. Fragen Sie bei Problemen Ihren mitgeführten Kompass oder richten Sich einfach nach den Sternen. Um in der letzten Runde nicht dem Schwarzen Peter zu begegnen, sollten Sie vor allem in der Startphase Ihrem Polar Stern folgen.

Marathonistinnen

Die Saison 2004 beginnt früh. Sie stehen vor einer entscheidenden Wahl: Werde ich Profi wie die anderen Frauen, oder bin ich zufrieden wenn ich nur eine halbe Stunde nach der Siegerin ins Ziel fahre? Ein verantwortungsvoller Beruf und auf Top Level fahren geht nicht. Es sei denn, eine Teilzeitstelle im Fitness Studio ist für Sie verantwortungsvoll... Aber auch sonst wird sich einiges für Sie ändern. Wenn die neue WM Regelung bei allen großen Rennen greift, wird Sie der nette Mann vom Ralph Denk Racing Team (oder Ehemann) nicht mehr so liebevoll über die Ziellinie schieben können: Frauen starten 2004 eine halbe Stunde vor den Herren. Also um 7.30 Uhr!!

TA Challenger

Die Zeichen stehen gut. Sie werden mindestens 8 Tage leiden, in miefigen Turnhallen nächtigen und jeden Abend dieselbe Siegerehrung sehen – aber geben Sie es doch zu: Da stehen Sie drauf. Und wenn der Schinderhannes nicht wieder so einen Unfug wie eine 140 Kilometer Etappe einbaut, dann klappts auch mit dem Rest der Saison. Das Transalp Orakel nennt mit Naturns und Meran auch schon Anzeichen, die auf einen erhöhten Singletrail Anteil (5 statt 3%) schließen lassen. Das bedeutet für mindestens 800 von den dies Jahr rekordverdächtigen 1000 Starten: Packt schon mal die Wanderschuhe ein;-))

Jedermann

Die Saison beginnt gut. Neben HEW und Deutschlandtour hat auch Köln und der Henninger Turm ein Jedermannrennen zu bieten. Aber sein sie nicht eitel: im Wind fahren bringt nichts! Lutschen Sie doch mal nach Herzenslust und ärgern Ihre Kollegen mit einem voll ausgeruhten Endspurt. Aber achten Sie auf das Profil der Strecke: mehr als 500 Höhenmeter oder Startblock A-D sind ein Garant für keine (!) Spitzenplatzierung.

Lizenzfahrer

Das Jahr beginnt turbulent. Kaum ist die Lizenz gemeldet, gibt der BDR bekannt, das es für den Mountainbike Sektor A/B und C Klassen geben soll. Das soll auch in Zukunft sichern, das nicht mehr als fünf Leute in einer Klasse an den Start gehen. Nutzen Sie als schon 2003 lizensierter Mountainbiker Ihre Chance und melden doch einfach sofort in der B- Klasse. Es gibt Rennradfahrer die träumen da Ihr halbes Leben von. Ein schlecht dotierter Sponsorvertrag bei einem GS3 Team ist trotzdem Lichtjahre entfernt.

Veranstalter

Sie erfreuen sich besonderer Beliebtheit, zumindest wenn Sie nicht ein CC Rennen veranstalten. Aber lassen Sie sich nicht blenden Wenn Sie auf einem Honigtopf sitzen, tanzen die Bären gerne um Sie rum. Das gilt insbesondere für die Marathon Eventveranstalter: aber Schwächen in der Organisation und dabei zu hohe Preise lassen die Kundschaft untreu werden. Nur mit einer engagierten Leistung lassen sich die Kunden noch überzeugen. Denn 2004 ist eins gewiß: es stehen viele Honigtöpfe rum.

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Dezember.03 - Pulp Fiction im Tierreich

Winterzeit ist Lesezeit, aber die Bikezeitschriften erscheinen nur noch zweimonatlich. Da stöbert man schon gerne mal in anderen "unspezifischen" Blättern. In der Bäckerblume stand letzte Woche auf Seite 23: "Zoologie / Die Schwebfliege ist das Insekt 2004". Was für eine Überraschung. "Mit der Wahl der Hain- Schwebfliege (episyphus balteatus) wurde erstmals eine Art der Fliegen und Mücken zum Insekt das Jahres gekürt."

Year of the Fly

Bei Fliege denkt der gemeine Laktatexpressler gerne wieder zurück an das Jahr 2001. Kurz vor erstmaligem Erscheinen der Laktatexpress Weekendnews bevölkerten zahlreiche „Fliegen“ unterschiedlichster Leistungsklassen den 12.00 Uhr Stadthallentreff. Da wäre Marco zu nennen. Er war Mbod in einem der zahlreichen Chaträume des Internet auf den Leim gegangen. Locker und flach sollte es zugehen. Marco willigte siegesgewiss einem Treffen ein. Kurze Zeit später ging in Anlehnung an Quentin Tarantinos Filmklassiker eine Mail an alle Wuppertaler Biker: „ZED, die Spinne hat eine Fliege gefangen!“

Folglich war zahlreiches Erscheinen sonntags an der Stadthalle angesagt. Marco fuhr ein ehrfurchterregend schweres Votec und hatte eine dicke blaue Jacke an. Er war eher ein harmloser Tourenfahrer. Nur sein männliches Biker-Ego verlangte, das er zumindest vor den zwei anwesenden weiblichen Wesen oben am Berg ankommen mußte. Keiner kann uns anlasten, das wir das Tempo angezogen hätten... Zweimal klappte das mit der Bergwertung auch, aber nach einigen Stunden Richtung Eifgenbachtal waren erste Verschleißerscheinungen erkennbar. Irgendwo weit hinter Wermelskirchen dann das unrühmliche Ende vom Lied, die Fliege hing in der Klatsche - trotz geliehener Powerfuels auf Ex. Höchststrafe, Hungerast in einer unbekannten Gegend. Wir haben Fliege No.1 seitdem nie mehr wiedergesehen.

Die Vereinsfliege

Unverständlich für den ambitionierten RTF-Semiprofi dann die Auszeichnungsbegründung im Fachblatt: „Mit der Auszeichnung Insekt des Jahres 2004 soll die Schwebfliege als Nützling gewürdigt werden.“ Da sind wir aber anderer Meinung, Fliegen sind generell blöd. Da wäre zum Beispiel die gemeine RTF Fliege (episyphus waltropensis). Man fährt seit hunderten von Kilometern locker und flach im Grundlagentempo so daher - frisst RTF Opis wie ein Durchlauferhitzer - da hängt sich so ein unscheinbarer, eben noch in Schritttempo daherdümpelnder Tourenradfahrer mit grauen Socken hinten ins Peloton und ist nicht mehr vom Hinterrad wegzubekommen. Wie eine Schmeißfliege summt er mit hochrotem Kopf an jeder Steigung um einen herum und irgendwann sammeln sich dann noch mehr von der Sorte. Vorsorglich prüft man dann an der nächsten Verpflegungsstelle ob man irgendwie Kuhscheiße am Hinterrad kleben hat – oder ängstliche Naturen brezeln einfach hektisch ohne Stempel durch die Kontrollstelle, nur um die lästigen Insekten abzuschütteln.

Vorsicht, akute Verwechslungsgefahr!

Weiter steht dazu treffend in der Bäckerblume: „Während Landwirte und Förster die Schwebfliegen als Blattlauslöwen schätzen, verwechseln Laien die Schwarzgelb gemusterten (steht da wirklich!), harmlosen Insekten allzuoft mit Wespen.“ - Also lassen wir die lustigerweise traditionell mit gelber Jacke und schwarzer Hose gekleideten Treibholz-Imitate demnächst einfach in Frieden. Ein Jahr Schonzeit für die Schwebfliege. Unser Beitrag zum Artenschutz. Man muß es aber auch mal so sehen - es könnte ja unter irgendeiner gelben Jacke eine gefährliche Wespe drunter schlummern, und die können wirklich empfindlich zustechen... ja und wenn schon, Klatsche raus und drauf!!

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November.03 - Der Hund, des Bikers bester Freund.

Wir wollen hier nicht des Menschen besten Freund denunzieren. Jeder von uns hatte mal einen Hund. Wer erinnert sich nicht liebevoll daran, mit dem Hund der Eltern zu nachtschlafender Zeit Gassi gehen zu müssen. Aber als Biker hat man so sein gespaltenes Verhältnis zu den bellenden Vierbeinern.

Der Spruch „Der tut nichts, der will doch nur spielen“ ist jedem von uns geläufig und jeder weiß in dem Moment: Die Oma hat ihren Köter nicht mehr unter Kontrolle! Falsch wäre jetzt, dem Tier dafür die Schuld zu geben. In der Erziehung gibt’s meist nur „Männchen“ und „Leckerle“, der Rest ist antiautoritär oder gar Walldorf Niveau. Hat schon mal jemand einen Hundebesitzer kennengelernt der zugibt das er seinen befellten Haluncken nicht im Griff hat? Keiner dieser Tierfreunde ist bereit, seine sabbernde Senta, den langhaarigen Lumpi, oder den räudigen Robbie an die Leine zu nehmen. „Nein, das kann man dem Tier doch nicht antun?! Das Hundchen braucht seinen Auslauf. Und ausserdem, wenn Sie so frei rumlaufen sind sie gleich viel ausgeglichener.“ Ach so.

Der Normalobiker ist dafür bei Feindkontakt umso unausgeglichener. Es soll sogar Wuppertaler Biker geben, die kilometerlange Umwege in Kauf genommen haben um nicht an einem bestimmten Hofhund vorbeifahren zu müssen.

Neulich beim Talsperren Chillout dann der vorläufige Höhepunkt: Locker und flach dahinpedalierend macht es plötzlich „Haps“. Eine nette hüfthohe Dogge hat sich von hinten herangschlichen und zufällig in meinem Armling verfangen. Zugebissen hat sie nicht, aber das Sportlerherz verlässt kurzfristig den Grundlagenbereich. Ich hab mal gelesen, man soll Hunden nicht in die Augen schauen um sie zu provozieren. Da die dicke Dogge hinterlistig von hinten kam, hatte ich gegen keine Regel verstoßen - und was hat‘s genutzt? Ein genauso toller Tip: die Hände vor der Brust verschränken. Wie soll das nun bitte gehen? Im Schritttempo die Hände vom Lenker und den Ellebogen aus dem Gebiss zerren?

„Der tut nichts, der will nur spielen“ verkündet besserwisserisch ein dahergelaufens Herrchen, dem es offensichtlich egal ist, das mein bestes Stück Pearl Izumi in den Fängen seines Monsters steckt. Als ich meine Sprache wiederfinde, bekommt das Tier ein schüchtern energisches „AUS!“ entgegengeschmettert. Aber erst als der nette Herr mit der Leine um den Oberkörper geschlungen in seiner Jackentasche fingert und raschelnd eine knisternde Tüte hervorzaubert lässt der Weiße Hai auf vier Beinen von mir ab. „Herkules, guck mal was Papi hier feines für Dich hat...“

Gestern dann im Gelpetal: die Form stimmt, erste lockere Intervalle am Käshammer. Mit Souplesse geht’s die Steigung bergan, kommt mir eine ältere Dame aus dem nahen Erholungsheim entgegen. Neben ihr trottet ein Mops. Besser gesagt ein Möpschen - so einer wie bei Ozzy Osbourne - nur kleiner. Keine Gefahr für die Zwischenzeit signalisiert mein Athlethenhirn. Aber der kleine knubbelige Hund sieht mich und zack, klebt er an meinem Unterschenkel als wollte er mich umarmen. Die nette alte Dame mit der Perücke registiert das und meint ungerührt: „ Der tut nichts, der will nur spielen“ Ich blicke auf spitze gelbliche Zähnchen und verlange: „Nehmen sie bitte ihren Hund weg.“ Sie: „Der tut wirklich nichts...“ Ich etwas lauter „Nehmen sie ihr Viech weg“ Sie „So ein kleines Tierchen..“ Ich (inzwischen zwei Dezibel lauter) „ Ihr Köter soll von meinem Bein weg“ Sie empört „Napoleon, komm fein zu Frauchen.“ Gäbe es Hörgeräte für Hunde, Napoleon bräuchte eins, denn mittlerweile hat er sich an meiner Wade in Stellung gebracht und beginnt in rythmischen Bewegungen auf meine Sidi zu onanieren. Mir reißt vollends der Geduldsfaden: „Wenn Napoleon nicht hört, dann nehmen sie ihn gefälligst an die Leine" „Pfui, schämen sie sich, komm mein Schatz“ „Scheinbar sind sie und ihr Hund taub, weg mit dem Vieh hab ich gesagt! Verflixt nochmal.“ Dann rupft sie das kleine Miststück endlich von meinem Bein und führt Selbstgespräche. „Ist ein böser Mann, gell mein Kleiner.“ Ich: „Ja hervorragend, belohnen sie Ihren dämlichen Köter auch noch das er so doll gehorcht. Dann begattet er das nächste mal wahrscheinlich noch kleine Kinder.“ Langsam wird mir bewusst wie grotesk die Situation ist. Ich rege mich über einen kleinen onanierenden Mops auf und brülle einer alten Dame das Toupet vom Kopf. Damit macht man sich keine Freunde. Aber das ist mir im Moment egal und die Intervallzeit ist sowieso im A.. Ich fahre trotzdem zuende.

Oben an der Klinik kommt mir dann die beste Idee seit langem. Ich fahre wieder runter zum Käshammer, aber nicht langsam wie sonst, sondern ausnahmsweise mal mit Kette rechts – ganz rechts. Die Oma müsste jetzt mit ihrem obersten Feldherren so knapp hinter der langgezogenen Rechtskurve sein. Und heute ist Waterloo! Mit erheblichen Kontrollproblemen schliddere ich mit Highspeed über den losen Schotter, lasse mich fahrlässig weit aus der Kurve tragen. Ein furchterregendes Bild für die Oma, die gerade ihren Schosshund auf der langen Geraden laufen lässt. Ich fahr die Ellenbogen in FourCross Manier aus und brülle: „Ich tu‘ nichts, ich will doch nur spielen!!“ Die alte Dame wechselt schnell noch die Spur und bringt mit einem Becker Hecht ihren Feldherrn auf dem Arm in Sicherheit und hält ihm die Augen zu.

Auf weitere Intervalle verzichte ich lieber, ist ja noch früh in der Vorbereitung. Aber Hunde? Eigentlich mag ich Hunde - solange es bergab geht;-)))

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Weitere Berichte aus der Saison 2003 gefällig?

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