"Hammer to Fall" - IXS NRW Cup Finale, Haltern 14.09.08
Von Matthias
Every night, every day ..
Es gibt ja so Tage, da weiß man vorher schon: es wird großes Kino geben.
Bei der lockeren Aufwärmrunde nach dem großen Regen am Samstag fühlten sich die Beine an, als hätte jemand zwei Dynamitstangen unter die Knielinge geschoben. Genial! Sollten doch zum Finale bitte noch mal alle Konkurrenten erscheinen, es würde ein großartiges Rennen! Naja, viel Feind, viel Ehr - und der morgendliche Blick auf die Starterliste zeigt: Gruppo Compatto. Alle Senioren2 vollzählig angetreten! So hab ich mir das gewünscht.
... a little piece of you is fallin’ away
Ein Senioren 2 Fahrer erzählt mir: „Den Jürgen W. zu stoppen, das ist ungefähr so wie als Schaf zu versuchen bei Fulda durch nen ICE Tunnel zu laufen..“ Ich dreh mich um und entgegne: “Ich bin kein Schaf!“ Was vor dieser Saison noch undenkbar schien, rückt gegen Ende plötzlich in die Kategorie: "Machbar ist alles"
Beim WarmUp ruft mir dann ein Jugendfahrer zu: „Ich hab 10 Euro auf Dich gegen Wies gesetzt!“ Danke der Ehre! So bessert der NRW Landeskader also seine Preisgelder auf. Und ich wollte den Jungen jetzt nicht enttäuschen.
Beim Strecke abfahren dann allerdings der erste Schreck, ein Anstieg entpuppt sich als so steil, das ich auf dem mittleren Kettenblatt unverrichteter Dinge einen Käfer mache. Also Flaschehalter ab, noch mal mit Schwung rein, Rad auf die Schulter und „never loose momentum“. Alte Crosser Regel. Aber generell ist die Strecke richtig genial. Hut ab und Kompliment an den Veranstalter TUS Haltern.
He we stand, he we fall
Der Start erfolgt dann wieder „in Kürze“. Männer, Sen1 und dann die Hauptmeute inzwischen alle sehr routiniert. Stefan vom Reiterhof macht die bewährte Trägerrakete in der Einführungsrunde, dahinter die Anwärter auf den Tagessieg in Reihenfolge der Ambition. Ich nutze den Schwung um am ersten Berg etwas vorzusortieren. Dann schließt Herr Wies auf, und ich dachte nach dem ersten Berg(l)aufstück schon „wir machen uns zu zweit nen schönen Tag da vorn“ da taucht Eingangs der zweiten Runde schreckgespenstisch Herr Jankowski mit Fully - etwas außer Atem im Heckradar auf. Die Strecke in Haltern eignet sich ja schön zum Taktieren und ich versuche den schwarzblauen Haardtbiker mit dem Kommentar „lass uns auf meinen Kollegen warten“ zu foppen. So, und nun ein kurzer Hinweis für alle, die in Zukunft Gelegenheit haben an Jürgen W’s Giant Hinterrad zu lutschen: Wenn er an die Hörnchen greift und den Oberkörper nach vorne lehnt solltet Ihr gaanz ganz nah an seinem Hinterrad auf der richtigen Seite der Windkante sein;-))
You don’t waste no time at all
Als die letzte Runde eingeläutet wird hängt der Adler aus Lüttringhausen immer noch am Gummiseil, starke Bergauf Performance vom Remscheider Nasenpflaster. Allerdings hat er die Rechnung ohne den "Falken von Unterbarmen" gemacht. Der blauschwarze einheimische Haardbiker dagegen klebt im Downhill am Hinterrad wie Powerbar am Oberrohr. Alles zum Thema Fahrtechnik Legasthenie von Herten nehm ich zurück! Wir lassen es zu zweit richtig krachen über Sand und Wurzeln. Dann noch der letzte steile Kotzberg. In Herten hab ich mich auf der letzten Kuppe abhängen lassen, das versuche ich durch offensive Fahrweise und breite Ellenbogen diesmal erfolgreich zu verhindern. Und dann nur noch bergab und flach Richtung Ziel. Und das lässt sich ein gelernter Crosser nicht mehr nehmen Herr Wies!
Hear the bell, light the Light
Auf dem letzten Flachstück wird der Haard Turbo dann seinem Ruf gerecht und haut noch mal richtig in die Pedale. Oje, oje - ich bin froh das Gott am siebten Tag den Windschatten schuf. Hey, wer eine komplette Transalp Challenge am Hinterrad von Wadenbeißer Thomas M. aus Bad L. verbringt, der kann in schwerem Gelände locker blind auf 5 Zentimeter auffahren. Und im Lutschen bin ich Weltmeister, fragt mal die Herren aus Lohne. Denn wenn die Last Lap Glocke leutet - zählt Oberschenkel und Tick Tack Taktik. Ein Auge schielt zwar schon leicht übersäuert, das andere visiert aber zielsicher die letzte Kurve an, innen vorbei, radierende Aussenstollen, ein Antritt Gewonnen, keine Gefangenen heute! Der Junge will doch seine 10 Euro verdoppeln;-)).
Mr. Merci want be home tonight!
Am Ende steh ich zwei mal überglücklich mitten auf dem Podium unter dem Waldpilz am Dachsberg in Haltern. Einmal zwischen TurboTerminator Wies und Abteilung Attacke Jankowski. Und in der Gesamtwertung dann zwischen Rakete Eichhorn und Hulk Hüsken. Illustre Gesellschaft und definitiv die Prominenz der heimischen Hobby Szene! Den NRW Cup hab ich gewonnen, Saisonziel Nummer 1 - Mission completed - hätt ich nicht gedacht. Nach dem gelungen Auftaktsieg in Solingen und der folgenden, vollkommen übernächtigten Niederlage in Grafschaft. Das Leadertrikot wieder ausziehen ist schon bitter (an die einzige Person die weiß warum - das bereu ich trotzdem nie - niemals!! :).
here we grew up tall and proud..
Dann dieses perfekte Trail Rennen in Hagen. Da war das Trikot dann schon in mentaler Griffweite. Saalhausen, technisch und nass, wie immer hart und sichere Bank. Herten auf der Halde - der für mich unvergessliche harte Fight bis zur letzten Kuppe: zweiter Platz - trotzdem meine beste Saisonleistung. Echthausens Kuhwiese dann als Pflichtprogramm. Und jetzt Haltern, meine Lieblingsstrecke (nach Hagen) - und eine gelungene Revanche für Herten. Perfekter kann die Cyclocross typische Sommerpause kaum verlaufen. Jedenfalls für mich.
In the shadow of the mushroom cloud
Aber ich glaub nicht nur gestern hatten alle Ihren Spass beim NRW Cup! Bis auf die Nachmeldegebühr Diskussion nicht umsonst die beliebteste CC Rennserie der Republik, bitte weiter so. und vielen Dank an alle ausrichtenden Vereine! Eine Erkenntnis bleibt: die NRW MTB Szene ist ein sehr entspannter Haufen. Irgendwie wesentlich relaxter als die verklemmten Roadies. Sorry, woran auch immer das liegt. Spass ist da - wo der Wald anfängt und voll Flatterband hängt!
Es macht auf jeden Fall richtig Laune sich mit Gleichgesinnten am frühen Sonntagmorgen das Laktat um die Büsche und Ohren zu hauen. Vor allem in der teilnehmerstärksten Fun Klasse. Eigentlich schade, denn ich werde jetzt das tun, was ich mir für den Fall eines Gesamtsieges vorgenommen hatte: nach gewonnenem Weser Ems Cup und Leadertrikot beim IXS NRW Cup werde ich eine Lizenz ziehen.
Now it's time for the Hammer to Fall!
Jawohl. Als totaler Scharping Verweigerer und überzeugter „Natural Born Fun Class“ Fahrer. Ich werds tun, und zwar schon zur anstehenden herbstlichen Cross Saison. Einfach nur, um mal zu zeigen, dass im lizenzlosen Bereich das Niveau inzwischen auch schon recht hoch ist und wir bei den BDR Junkies locker mithalten könnten. Oder halt auch nicht. Wir werden sehen.
Ich hoffe, das ich bis dahin bin ich ein würdiger Nachfolger vom letztjährigen Kannibalen Edward "Eddy The Emporer" Scrauchner ;-))
Entering Next Level: Engter!
Matthias)
---------------------------------------------
Der Wüster Report: hier:
Der Haardt Biker Bilder: Rock n' Roll!
Leider fährt der Fotograf selbst;-)) schöne Bilder!
und noch ein Husch Husch Video:

|