weekendnews
thema des monats
chatforum
fragen
sshop

Real Mountainbiking - St. Ingbert Bank1 SaarMarathon 08.09.2002

Den Vorankündigungen nach sollte der St. Ingberter Marathon ein richtiger Trailkracher sein. Aber bei Trails sind wir Wuppertaler ja so kritisch wie Gourmetkritiker Wolfram Siebeck bei neuen Sterneköchen. So fuhren Dani und Mattes ins Saarland, um zusammen mit dem Würzburger Rotweinexperten Thilo Kutzer das angerichtete Marathonmenü mal in voller Länge zu degoustieren.

Burgholztrail in Buntsandstein

Und man muss sagen, der Streckenchef kann nur ein Verwandter von einem gewissen Rainer W. aus Wuppertal sein! Stellt Euch vor, es gäbe einen Marathon über 90 Kilometer, der alle Abkürzungen durchs Burgholz enthält, restlos und ohne Gnade. Die fantasievollen Namen wie "Fredis Wadenbeißer", "Harrys Keule" oder "Herberts Qual" verniedlichen auf welch gemein direkte Weise hier Höhenmeter gemacht werden. Nicht viel, immer unter 150 HM, aber wenn dann richtig steil.

Bergab dann die abschreckenden Namen "Totenkopfabfahrt", "Bomberdownhill" und "Hamstertrail". Alle steil bis steilstens! Ab oben bremsen und unten aufschlagen, aber das macht richtig Laune. Keine ChickenWays wie bei Veith! Und unterhalb von jedem Steilstück vorsorglich ein DRK-Posten!! Aber trotz der Hammertrails wurden weniger Verletzte gesichtet, als bei einem "normalen" Schotterautobahn- Marathon. Man sollte darüber mal eine Statistik führen und die langweiligen Veranstalter zu mehr "verkehrsberuhigenden" Trail-Massnahmen zwingen...

Ein Schock, die Afrikaner kommen

Die Startaufstellung beginnt dann wie üblich mit dem Erscheinen der Favoriten in Reihenfolge der Papierform. Alle siegambitionierten Hobbyfahrer denken sich : "Sch..., der Matthias Ball ist da, das wird schnell". Der wiederum muß dasselbe denken, als vier giftorange Orbeatrikots vom "Team of Champions" um die Ecke biegen. Und alle zusammen haben leise "sch..sch..." geflucht, als ein schmaler Hintern mit einem dicken Schriftzug "Namibia" vor ihnen auftaucht: Mannie Heymans, gerade noch Mr.TdF Miguel Martinez bei der inoffieziellen WM abgezogen und jetzt in der Provinz zum Absahnen...

Nur Dani schaut in der Gegend rum und ist froh endlich wenigstens eine andere Frau zu sichten. Die Anderen sind wohl alle gerade im Schwarzwald oder Erfurth, oder wollen lieber nur die getrennt startende 45km Kurzrunde absolvieren, schade.

Der Start ist dann dank fehlender Kurzrundler nicht ganz so hektisch. Die zwei Orbeas machen die Pace und Mannie locker hintendran, gefolgt wiederum von Matthias Ball. Dahinter tummelt sich der Rest: vorneweg Thilo Kutzer, der anscheinend noch nichts von kräfteschonendem Windschatten gehört hat. Mattes kann den ersten langen Anstieg auf Tuchfühlung bleiben, bleibt aber im ersten Singletrail doch lieber hinter Mr. African - Respect. Aber am zweiten langen Anstieg forciert ein Orbea das Tempo auf normale "Profireisegeschwindigkeit": Drei gehen mit, der Rest steht allein im Wald - oder besser gesagt vor "Harrys Keule".

Ein Eggbeater kommt selten allein

Kurze Zeit später sieht Dani ein im Wald sitzendes und heulend mit einem Pedal spielendes Etwas. Kinder auf der Rennstrecke? Nein Mattes - wieder beim Materialtest. Das rechte Eggbeater ist mal eben abgebrochen, das Kugellager hat sich aufgelöst - ein satter Konstruktionsfehler - naja, war immerhin ein halbes Jahr alt. Immer noch besser als die dritte Syncros-Kurbel...

Also nochmal zurück zum Start und im ausstellenden Shop ein paar neue Pedale kaufen und von vorne. Mit einer Stunde Verspätung macht es richtig Laune auf die Strecke zu gehen! Alle halten einen für den Führenden der zweiten Runde!! Leider muß Mattes auch direkt den ersten Berg der zweiten Runde fahren: "Jörgi-Beißer Trail" Für Wuppertaler: das sind ungefähr drei "Ilex-Anstiege" hintereinander - ohne Pause - plus eine "Kindergarten-Auffahrt" hintendran. Nur gut das da keine DuraAce Kassette mehr auf dem Freilauf ist...

Kalte Platte

Nach einer Runde wilden Überholens durch "Kurzrunden-Bergabschieber" und "Langrunden-Ichkannnichtmehr" erwischt Matthias nach zweitem Mal "Bomber" und "Totenkopf" den Meister Morbidelli (Thilo) an einer Verpflegung. Dani ist 20 Minuten vorneweg, uneinholbar. Da gönnen wir uns doch erstmal eine gescheite Brotzeit! Geschmierte Brote, Kuchen, Energieriegel, Orangen, Melonen, Bananen, Äpfel, Isodrinks, Cola, Wasser mit Kohlensäure, ohne und sogar RTF Waffeln!! - fehlt nur noch ein Bierchen und ne Bratwurst. Da ist es fast zu schade einfach nur auf Zeit durchzubrezeln. Das Problem beim Vollfressen ist nur, nach jeder Verpflegung kommt direkt wieder so ein Uphill-Kracher.

Meister des Fast-Abflugs

Aber zu zweit macht der "Herrenweg" doppelt Spass. Thilo ist der Meister der blitzsauber gefahrenen Serpentine. Und der Hinterbau von seinem Scalpel zeigt wie schön fullygeeignet die Strecke ist. Der "DB-Trail" macht jetzt auch mehr Spass, die Stufe kennt man jetzt, die Landung im Sandkasten ist nach 800 Reifen überraschend anders und sehr sehr weich! Der "Hamsterdownhill", weiß Gott warum der so heißt, ist mit "fünf Meter Sprüngen" in der Streckenbeschreibung vermerkt. Mattes ist beim ersten Mal zu langsam, springt nur vier Meter und jongliert auf dem Vorderrad über die restlichen Wurzeln. Beim zweiten Mal passt das Tempo - nur Fliegen ist schöner. Fehlt noch der Tip der Rennleitung, wie man danach die nächste Kurve bekommen soll?!

Gegen Ende der Tour wird dann nochmal der exponierte "Dont Break Downhill" (der verdammt ähnlich zu einer Abfahrt im Marscheider Wald aussiehtt) und der waldig-kurvige "MasterA6 Downhill" degoustiert, sozusagen zum Dessert: delikat!

Das Urteil der Trail-Feinschmecker:

Im Ziel dann die Abstimmung mit der schon längst angekommenen weiblichen Jurorin und schnellsten Dame Dani:

**** berghoch nicht nur mit Kondition sondern auch Fahrkönnen...

**** abwechlungsreiche Streckenverpflegung a la Carte.

***** Singletrails!!!!! Überqueren von Strassen und Forstwegen im 90° Winkel!

**** perfekt selektiver Fearfaktor der Abfahrten!

**** Langstrecke und Kurzstrecke getrennt, keine Staus am Beginn..

'**** Nette Umgebung,  Start in der Innenstadt, Zuschauer!

Jawohl, St. Ingbert bekommt von uns die ehrenvolle Auszeichnung:

"Real Mountainbike Marathon of the Year"!

Ja, er hats geschafft, obwohl die Transalp-Challenge dies Jahr nicht von schlechten Eltern war und Knüllwald und Zierenberg gut vorgelegt hatten. Aber dies Wochenende war wirklich schön und gelungen und die Veranstalter sind superengagiert. Wünschen wir, das bald der Name St. Ingbert höher angesehen ist, als der langweilige Bolzkurs in St. Wendel nebenan. Und wer in St. Wendel dann doch fährt, der soll mal genau in den Wald schauen: da sind sie versteckt, die schönen Singletrails des Saarlandes..

Vorsicht Stufe?

Nur eins muss uns der Streckenchef noch verraten: Wo war die Stufe im Spielplätzel- Downhill?! Unterschlagen? Abgekürzt?? Oder bekommen wir die erst nächstes Jahr gezeigt? Wir kommen wieder, keine Frage!

Ergebnisse..

Zurück zu den Rennberichten

-----------------------

| weekendnews | thema des monats |chatforum | fragen | shop | home |